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Geschrieben von nopa in ohne Tags
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Ein Wochenende im Wohnzimmer der Stimme
The Voice hatte mich eingeladen und bereitwillig folgte ich dem Ruf. In einem anderen Jahrtausend war ich bereits als Besucher dort gewesen, hatte aber auf den billigen Plätzen sitzen müssen und durfte nicht, wie jetzt, mittendrin sein. Mittendrin, das heißt auf dem Lehmboden, der zu absurden Hügeln geformt in der Halle liegt und von wahnsinnigen Dreckspatzen umgepflügt wird. Mittendrin bedeutet auch, die Geräuschkulisse, die tausende Fans und Benzinjunkies erzeugen, mit voller Wucht abzubekommen, durch die Ohren über das Zwerchfell und dann mit gespanntem Gaszug mittig hinein in den Magen. Ich freute mich schon lange darauf und machte mich am Freitagmittag auf den Weg gen Norden in den Pott, die Region, die meine Heimat ist. Frisch verliebt, mit einem Rudel wild flatternder Werschmetterlinge im Bauch, fiel es mir zwar schwer, aufzubrechen, aber am Sonntagabend würde ich wieder in ihren Armen liegen und der Gedanke daran tröstete mich. Davon abgesehen schlägt man als Wemsberichterstatter eine solche Einladung nicht aus! Im omeganischen Raumkreuzer lagen Bettdecke, Isomatten und Schlafsack bereit, mich in den erwartet kurzen, aber kalten Nächten aufzunehmen, die Kamera war eingepackt, der Kugelschreiber gespitzt. Ich war bereit für ein weiteres Abenteuer an den Kringeln dieser Welt. Der Wetterbericht sagte schweren Schneefall und wilde Stürme voraus, was mir egal war, ich glaube nicht an das Orakel von Delphi. Die Autobahn war frei, zumindest für einen Freitag und ich kam gut voran. Hier und da kämpfte mein Einsatzfahrzeug mit winterlichen Tücken, aber mit ruhiger Hand steuerte ich uns durch die Stürme und Widrigkeiten. Die Dame an der Tankstellenkasse schaute mich fragend an, ich war leicht verunsichert und erkundigte mich nach dem Grund für diesen Blick. Sie wundere sich nur, bei diesem Dreckswetter einen lächelnden Menschen zu sehen, dem das offensichtlich egal sei.