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12. November 2010
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Magazin 2010-01
Neben dem WM und EM Zinober wurde in St. Wendel auch noch die Supermoto DM ausgefochten. Eine Meisterschaft die schon seit 1996 Bestand hat und in den ersten Jahren von der Zeitschrift Motorrad forciert und betreut wurde. 2007 übernahm dann der ADAC Saarland das Zepter und leitet seither die Geschicke im Deutschen Supermoto Sport. Der Sport hat in der BRD einen verhältnismäßig dicken Stammbaum und die Qualität des Fahrerfeldes war schon immer spitzenmäßig. Top-Fahrer aus Welt- und Europameisterschaft sind stets fester Bestandteil der DM Serie gewesen. Anders herum scheuen viele der Spitzenfahrer aus der DM einfach die Kosten, die mit einer Teilahme auf höherem Plateau verbunden sind, und genießen den familiären Touch auf deutschen Strecken. 2010 waren Fahrer aus elf Nationen in der DM vertreten, was der Nationenvielfalt innerhalb der WM ebenbürtig ist.
DM-Klassen
Die DM ist nach wie vor mit beiden Klassen gesegnet. S1 für Motorräder mit maximal 450 Kubik und der S2 für die Großen. Wer in der S2 mitspielen möchte, muss mehr als 475 Kubikzentimeter Hubraum mitbringen.
Reifenbindung? Nicht in der DM!
In der Supermoto DM wird den Fahrern kein Zwangsreifen vor die Nase gesetzt. Dadurch lebt der Wettkampf zwischen den Herstellern und den Teams bleibt die Möglichkeit erhalten, ihre Ergebnisse in entsprechende Sponsoring-Deals mit den Reifenherstellern umzuwandeln. Ein finanzeller Vorteil, der bei einer vorgeschriebenen Reifen komplett aus der Rechnung fällt. Diese Tatsache ist unterm Strich dafür verantwortlich, dass die DM in St. Wendel schnellere Zeiten auf den Kurs gebrannt hat als die WM.
Stars der DM
Zwei der herausragendsten Deutschen sind der zweifache Weltmeister Bernd Hiemer und der Rekordmeister Jürgen Künzel. Letzterer hat in seiner Karriere sechs DM-Titel einfahren können. Zwei davon in seinem Mega-Jahr 2005. Damals startete Künzel in den USA und in beiden Klassen der DM. Kurrios wurde es, als beide Meisterschaften am gleichen Wochenende ihre finalen Rennen hatten. Die amerikanische AMA hat samstags ihre Rennen - Künzel war dort, gewann und holte den US-Titel. Zum Glück fiel die Veranstaltung in Deutschland auf ein verlängertes Wochenende, bei dem die Rennen auf Montag angesetzt waren. Also setzte Künzel sich nach seinem Sieg in den USA direkt in den Flieger, bestritt sonntags in Saarbrücken noch schnell das Quali-Training, um Montags in beiden DM Klassen den Titel zu holen. Drei Titel innerhalb von zwei Tagen einzufahren ist schon eine große Nummer.
Hiemer haschte seine ersten Erfolge auch in der DM, fokussierte sich dann aber schnell auf EM und WM. Den Europameister-Titel fuhr er 2003 ein und 2006 und 2008 wurde er jeweils Weltmeister. Einer der erfolgreichsten Dauer-Gastspieler in der DM ist der Tscheche Petr Vorlicek. Er war schon in der WM unterwegs, wechselte dann aber in die Deutsche Meisterschaft. Eine Entscheidung, für die er sich schon drei mal mit dem DM Titel belohnte. 2007 wurde Vorlicek überlegener Europameister. Das derzeit heißeste Eisen in der DM ist aber wohl der Finne Mauno Hermunen. Er tauchte vor einigen Jahren ein wenig beiläufig bei einem DM Finale auf und gewann auf Anhieb ein Rennen. Im Jahr darauf wurde er dann Deutscher Meister, was wegen seiner WM-Einsätze im Jahr 2009 vereitelt wurde. 2010 wechselte Hermunen dann von der S2 in die S1 und gewann jeder Rennen der Deutschen S1-Meisterschaft.
Aufwand in der Supermoto DM
Die Supermoto DM wird fast ausschließlich von Internet-Medien begleitet. Ansätze eine Vermarktung im Fernsehen zu platzieren sind stetig in Arbeit, jedoch wegen der hohen Produktionskosten nur schwer umzusetzen. Supermoto.de bietet das solideste Informations-Fundament und berichtet mit Text, Bild und Video über die DM. Der technische Aufwand in der DM ist überschaubar. Die Motorräder sind in vertretbarem Maße modifiziert, können speziell bei der Leistung aber nur in den seltensten Fällen mit denen der WM mithalten. Ein Umstand, der nicht weiter ins Gewicht fällt, da die Unterschiede maginal sind und beim Supermoto das Können des Piloten die ausschlaggebende Kraft ist. Bis auf ein paar Ausnahmen sind alle Fahrer der Supermoto DM neben ihrer Rennaktivität berufstätig
Rennbericht zur Supermoto DM in St.Wendel
Das wohl heißeste Wochenende des Jahres und über 9.500 Zuschauer wurden in St. Wendel Zeuge von vier spannenden Rennen der Supermoto DM. Die Piloten der Deutschen Meisterschaft waren allerdings nicht alleine zu Gast in der saarländischen Motorsport-Metropole. Auch die WM und EM waren mit vor Ort und gaben ihr Bestes. Die Zeiten der DM konnte man aber auch in der WM nicht knacken. Die Reifenbindung der WM macht es den Fahrern an der Weltspitze denkbar schwer, gegen das durch den Wettbewerb bestimmte Reifenangebot aus der DM zu schlagen. Hermunen war mit 58,057 absolut schnellster Mann des Wochenendes. Im Vergleich zu Ivan Lazzarini, der mit 58,603 die schnellste WM-Zeit fuhr.
Zeittraining der S1 DM
Lokalmatador Markus Volz setzte alles um einen guten Startplatz zu erlangen und wurde entsprechend belohnt. Mit etwa sieben Zehntel Rückstand auf Hermunen sicherte er sich den zweiten Startplatz. Sein Nachbar in der Startaufstellung war nur 0,001 Sekunden langsamer. Jürgen Künzel startete von Rang drei, gefolgt von Marcel Götz. Bernd Hiemer hatte die Trainings der DM auf WM-Pneus gefahren, ergatterte dadurch nur Startplatz zehn und verzichtete auf den Start in der DM.
Rennen eins der S1 DM
Mauno Hermunen setzte sich direkt an die Spitze des Feldes und zog davon. Hinter ihm lagen Götz und Volz, doch Jürgen Künzel nahm sich beide gleich in der ersten Runde vor. Künzel spurtete Hermunen hinterher und seinen Verfolgern davon. Bei der Zieldurchfahrt hatte er in beide Richtungen etwa 5 Sekunden Abstand. Das Vierer-Paket dahinter lieferte sich während des ganzen Rennen einen heißen Schlagabtausch, wechselte aber keine Positionen. Götz und Volz standen im Kampf um Platz drei und setzten sich zum Ende des Rennens von Julian Becher und Petr Vorlicek ab. Hermunen gewann vor Künzel, Götz, Volz, Becher und Vorlicek.
Rennen zwei der S1 DM
Beim Start zum zweiten S1 Lauf war Hermunen wieder in Führung, gefolgt von Volz, Becher, Künzel und Götz. Direkt auf die Kurve der Start-Ziel Gerade folgt ein Nadelöhr, an welchem Künzel ein wenig übermütig den Versuch startete innen an Becher vorbei zu kommen. Der Sturz beider war das Resultat. Unnötig, aber dennoch von Einsicht geprägt. Noch in der Auslaufrunde des zweiten Laufs entschuldigte sich Künzel reumütig bei Becher. Markus Class, der das erste Rennen verletzungsbedingt sausen lassen musste und zum Zweiten von hinten antrat, stürzte in der zweiten Runde und wurde hinter Becher und Künzel 13ter. Hermunen und Volz waren von all dem nicht betroffen und zogen davon. Volz bot vor heimischem Publikum die stärkste Leistung seiner laufenden Saison und wurde mit einem wohlverdienten zweiten Platz belohnt. Um Rang drei kämpften der Österreicher Hannes Maier und Marcel Götz aus der Schweiz. Götz hatte das Nachsehen und musste sich mit Rang vier zufrieden geben. Vit Janousek aus der Tschechischen Republik wurde Fünfter.
Meisterclip Mauno Hermunen
Action aus der S1 DM
Zeittraining der S2 DM
Michi Herrmann, Nico Joannidis und Lukas Wolf gaben sich alle Mühe. Doch am Ende war es Jochen Jasinski, der völlig lässig, aber in allerletzter Sekunde die Pole Position für sich beanspruchte. Das Training war bereits abgewunken, Jasinski noch auf seiner letzten Runde, und die Zeit um 0,075 Sekunden schneller als die von Herrmann.
Rennen eins der S2 DM
Aufgrund der langen Wartephase an der Startampel war Herrmann offensichtlich verwirrt. Er zuckte, ohne sich dadurch einen Vorteil beim Start zu verschaffen. Jasinski bog als erster ein, gefolgt von Wolf, Joannidis, Herrmann und Spaniol. In Runde drei, als Herrmann seine Stop and Go Strafe abgesessen hatte, sah das Feld jedoch schon ganz anders aus. Wolf und Joannidis waren sich ins Gehege gekommen und räumten das Feld nun von hinten auf. Dafür stand Spaniol hinter Jasinski Gewehr bei Fuss, war aber nicht in der Lage zu attackieren. Auf Rang drei war Jan Deitenbach unterwegs, doch er überstand die dritte Runde nicht, da er mit einem Defekt an der Bremse ausschied. Herrmann, der nun als Fünfter unterwegs war, fand schnell einen Weg vorbei an Andreas Mikkelsen und räuberte nun Spaniol hinterher. Ganze fünf Runden dauerte es, bis der Tabellenführer am Saarländer vorbei war, während denen Jasinski eifrig Zeitpolster sammelte. Herrmann kam nicht mehr an Jasinski heran und der Meister siegte. Joannidis hatte sich zwischenzeitlich auch an Mikkelsen vorbei gestohlen und wurde Fünfter.
Rennen zwei der S2 DM
Dieses Mal konnte Herrmann den Start für sich entscheiden, doch Jasinski nutzte die erste Fahrt durch den Offroad um die Führung zu übernehmen. Lokalmatador Dirk Spaniol versenkte seine Motorrad bei einer Startkollision am Ende der Geraden und konnte sein Publikum danach durch eine spannende Aufholjagd entschädigen. Innerhalb von drei Runden spurtete er von 20 wieder auf sieben vor. Nach einem weiteren Unfall war es ihm aber nicht vergönnt die Zielflagge zu sehen. Maik Voorwinden war Nutznießer eines Sturzes von Wolf und bezog dessen dritten Platz, während Position vier hart umkämpft war. Zuerst war es der Däne Fred Eriksson, doch sein Landsmann Mikkelsen bezwang ihn in der elften Runde. Einen Umlauf später ging auch noch Joannidis an Erikkson vorbei, legte sich Mikkelsen zurecht und nahm dann den vierten Platz in Anspruch. An der Spitze war pure Spannung angesagt. Herrmann kam im Offroad immer wieder ganz dicht an Jasinski heran, der sich allerdings zu wehren wusste. Erst vier Runden vor Schluss gelang es Herrmann beim Weg über den letzten Table an Jasinski vorbei zu kommen. Ein darauf folgender Konter mündete in einen Gegenkonter und Herrmann gewann knapp vor Jasinski.
Meisterclip Michi Herrmann
Action aus der S2 DM
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