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Design Your Nolan

Um das Thema rund um das Design Your Nolan Projekt ein wenig klarer zu sehen, führte MotoMonster ein ausführliches Gespräch mit Claudia Hoppe. Sie begleitet das Projekt seit seinem Ursprung und konnte uns viele interessante Details verraten.

MotoMonster: Claudia, was ist Deine Aufgabe bei Nolan?

Claudia Hoppe: Ich bin im Hause Nolan / X-lite für die Kommunikation und Außendarstellung zuständig.

MM: Stichwort Design Your Nolan - Was ist das für ein Projekt und wie kam es dazu?

CH: Also, begonnen hat die ganze Sache vor einigen Jahren, um genau zu sein zur INTERMOT 2008. Da haben wir uns überlegt, was wir tun können um engeren Kontakt zu den Konsumenten aufzubauen, weil wir ausschließlich im Kontakt zu Großhandel und Fillialisten stehen. Dennoch wollten wir eine neue Möglichkeit finden auch die Stimmen der Endverbraucher zu hören. Da schien uns ein Designwettbewerb als eine passable Möglichkeit.

MM: Und wie habt ihr das dann begonnen?

CH: Wir haben damals zur INTERMOT damit angefangen, mehrere Anzeigen dazu veröffentlicht, eine Kampagnen-Website online gestellt und was man halt eben so macht.

MM: Welchen Gewinn hattet ihr damals für die Helmdesign-Wettbewerber ausgeschrieben?

CH: Eigentlich wollten wir eine Top-Ten ermitteln und diese Zehn, nach dem ursprünglichen Plan, mit vielen tollen Preisen eindecken. Die Top Drei bekam ihr eigenes Design auf einen Nolan-Helm umgesetzt und neben den Grafik-Tabletts von Wacom für Platz Zwei und Drei gab es einen Roller für den Erstplatzierten.

MM: Während die anderen ein Wakeboard bekamen, habt ihr den ersten mit einem Deoroller abgespeist?

CH: Nein, einen richtigen Motorroller natürlich – und zwar von Ducati. Ich war aber noch nicht fertig. Gerade arbeiten wir daran, das Gewinner-Design für die tatsächliche Produktion in Serie umzusetzen. Und wenn alles gut läuft, wird der Gewinnerhelm zur kommenden Saison im Handel erhältlich sein.

MM: Das klingt ja alles nach einer Runden Sache. Wie viel Rückmeldung gab es denn auf diese Design Your Nolan Aktion?

Nolan_contestant_position_1 CH: Die Aktion sollte eigentlich ein ganzes Jahr laufen, bis 2009. Dann hatten wir aber das Problem, das wir ein offenes Online-Voting gemacht haben. Und wir dann auch unter einigen Manipulationsversuchen des Votings zu leiden hatten. Dadurch haben sich richtig viele Leute richtig doll beschwert und meinten "Boah, unsere Helmdesigns sind viel schöner als die anderen und das geht doch nicht mit rechten Dingen zu!" Und diese Beschwerden waren auch nachvollziehbar. Also, wir haben wirklich abgefahrene Sachen eingereicht bekommen und die haben sich echt Mühe gegeben. Doch wir sahen dann auch deutlich, dass es im Voting nicht mit rechten Dingen zugehen konnte und dachten uns: "Ok, wir müssen da was machen! Es ist nicht in unserem Interesse, dass da irgendein Design gewinnt, das auf dem freien Markt keine Chance hätte und mit Sicherheit weniger kreativ ist, als andere eingereichte Arbeiten. Und im Interesse der Leute kann es ja auch nicht sein." Um das Voting nicht komplett außen vor zu lassen haben wir der Top Ten von der Webseite noch eine selbst ausgesuchte Top Ten hinzugefügt und diese 20 Designs dann einer Experten Kommission vorgestellt. Diese Expertenrunde hat dann einen "Final-Score" festgelegt, woraus sich die letztendliche Top-20 errechnet hat.

MM: Wie viele Zusendungen hattet ihr?

CH: Es sind knapp 400, etwas mehr als 400 Einsendungen bei uns eingegangen.

MM: Wow!

CH: Schon ne ganze Menge. Wir haben aber auch keine Vorgaben gemacht. Ob nun gebastelt, gemalt oder baut was am Rechner – seid kreativ! Es flossen alle Designs ins Voting ein.

MM: So, nun waren wir im Jahr 2009 und alle Designs waren eingereicht. Wieso hat das bis zur INTERMOT 2010 gedauert, bis die Preisverleihung statt fand?

CH: Nun ja, ein Dreiviertel Jahr haben wir Designs angenommen, dann gab es das Voting, danach die Probleme mit dem Voting. Wir mussten die Jury festlegen und bis die dann an einem Tisch saß, verging doch einige Zeit. Da stand die nächste INTERMOT ja schon fast vor der Tür und bot sich als Plattform und Thema für unseren Messestand einfach mal an.

MM: Und wie kam es dann zum Ausbau der ganzen Geschichte mit Steven, Julia (die Düsenkünstler) und dem Airbrush auf der INTERMOT?

CH: Oh, das kam durch die vielen Nachfragen die wir bekamen. Viele Leute dachten, man könne sich jetzt bei uns spezielle Helmdesigns wünschen und dann sein eigenes als Abziehbild, oder wie in Modellbaukästen mit diesen Wasser-Klebe-Bildchen einfach bestellen. Das geht natürlich nicht! Also kam die Idee auf, dass man den Leuten doch eine Hilfe an die Hand geben kann, wie sie selbst ihren Helm individualisieren können. Das war dann der Anlass zu sagen: "Ok, wir gehen jetzt mit Design your Nolan in die Verlängerung und erklären den Leuten mit ein paar Tutorials was möglich ist und was nicht."

MM: Und was habt ihr da gemacht?

CH: Wir haben das Ende der Design your Nolan Gewinnspiel Ära genutzt und haben dann auf der INTERMOT 2010 unsere Workshop-Idee gelauncht. Dort erklärt unser Airbrush-Profi (Steven) wie man sich und seinen Helm auf die Arbeit vorbereitet, welche Materialien man braucht und mit welchen Techniken man auch als Laie ein ordentliches Ergebnis erzielen kann.

MM: Einer der wichtigsten Tipps ist hierbei wohl die Wahl der Farbe.

CH: Ja, das hängt stark vom Material des Helmes ab. Im Falle unserer Nolan Helme haben wir ein Polycarbonat, genauer gesagt Lexan, vor uns, bei dem man nur mit Farben auf Wasserbasis arbeiten darf und da muss man sich auf jeden Fall im Voraus beraten lassen, bevor man seinen Helm gestalten will.

MM: Aber ihr gebt ja einen zuverlässigen Tipp dazu.

CH:Ja zu den Farben haben wir uns mit verschiedenen Herstellern in Verbindung gesetzt und da eine ganze Palette von Möglichkeiten gefunden. Eine spezielle Farbe empfehlen wir dann auch in einem Tutorial, weil unser Steven da die beste Qualität feststellen konnte.

MM: So, die Grundlagen habt ihr abgedeckt. Aber wie schaut es mit dem Airbrushen aus? Da ist es doch verdammt schwer was hübsches hin zu bekommen.

CH: Ja schon, aber muss nicht. Wir haben ein paar spannende Sachen rausgesucht – wie man mit ganz normalen Haushaltsmitteln tolle Muster hinbekommt. Ein Tutorial, dass muss ich noch schneiden und online stellen, da zeigt Steven ganz einfach wie man mit einem trockenen Pinsel eine Holzstruktur auf den Helm bringt und wie gesagt, das ist ganz einfach und sieht echt cool aus. Dann haben wir noch mit verschiedenen Schablonen gearbeitet. Selbst vor Dessous scheuen wir nicht zurück – das Video gibt es auch schon im Netz.

MM: Wenn der Siegerhelm in der kommenden Saison in Serie erscheint, dann ist das Projekt Design your Nolan ja abgeschlossen, oder?

CH: Nee, nee, auf keinen Fall. Abgeschlossen ist es nicht, weil wir in dieser Kreativ-Schiene schon bleiben wollen. Wir hatten den Wettbewerb, daraus ging es nahtlos in die Tutorial Ecke, wo wir ja auch noch einiges auf Lager haben, und wie es genau weiter gehen wird, darauf darf man gespannt sein. Das Feld ist noch so groß.

MM: Darf man wissen was als Nächstes geplant ist?

CH: Nein, noch nicht. Da haben wir uns noch nicht 100-prozentig festgelegt. Wer weiß denn schon, was bis dahin noch alles an Ideen und Fragen von den Endverbrauchern hier reinschneit. Vielleicht schickt uns ja jemand das Resultat seiner eigenen Designarbeit und wir machen da einfach weiter, wer weiß? Aber du wirst es aber schon noch früh genug erfahren.

MM: Gut, dann sind wir doch einfach mal gespannt und warten ab. Dir danke ich für das nette Interview und wenn aus Deiner Sicht alles gesagt ist, dann sind wir durch.

CH: Eigentlich schon. Aber für alle die uns Ideen senden wollen, solltest Du vielleicht noch unsere entsprechende Email Adresse erwähnen. Unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. kann man uns gezielt auf Dinge ansprechen und seine Vorstellungen kund tun.

Hier erfährst Du mehr über das Design Your Nolan Projekt und findest alle Video-Tutorials.

 

ÜBERSICHT ALLER BERICHTE DER AUSGABE 3/2011