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Die IDM zu Beginn der Saison 2011

So ging es in die neue Saison – Karl Muggeridge hat für zwei weitere Jahre beim Honda Holzhauer Team unterschrieben. Unterstützt wird er von Teamkollege Kevin Wahr, der von der Supersport in die IDM Superbike wechselt. Der Australier Gareth Jones fährt in der neuen Saison für Wilbers eine BMW S 1000 RR. Alpha Technik wird sein Engagement in der Superbike-WM auf Kosten der IDM ausbauen. Opfer dieser Maßnahme ist Barry Veneman, der auf der Suche nach einem neuen Team fündig geworden ist und wieder auf einer BMW antreten wird. Yamaha hat sein Superbike-Team auf zwei Fahrer reduziert. Erwisch hat es Didier van Keymeulen, der in der ganzen Saison nie richtig in Fahrt kam. 2011 tritt er in der IDM-Supersport mit Suzuki an. Trotz eines vierten Platzes in der Meisterschaft und einem Sieg im letzten Lauf gab es keine Zukunft für Stefan Nebel im KTM-Werksteam. Man will sich im neuen Jahr ausschließlich auf Martin Bauer konzentrieren. Stefan Nebel startet dieses Jahr mit Matej Smrz im neuen Inghart-KTM Team. Allerdings sollen die Inghart-KTM auf dem gleichen technischen Stand wie die Werksmaschinen sein.

Beim Blick in die vorliegenden Starterlisten für 2011 muss man leider feststellen, dass in allen IDM-Klassen 25 – 30 Prozent weniger Starter gemeldet werden. Am gebotenen Sport kann es bestimmt nicht liegen, denn der war in 2010 vom Feinsten. Vielmehr scheinen einige Fahrer eine Menge Probleme zu haben, das nötige Budget für eine Saison in der IDM aufzutreiben.

Status Quo nach den Rennen am Nürburgring

Zum 34. Mal richtete der MSC Freier Grund den Siegerlandpreis auf dem Nürburgring aus.

Im Vorfeld hatte das in diesem Jahr ohnehin schon geschrumpfte Starterfeld in der IDM Superbike weitere Ausfälle zu verzeichnen. Der Schweizer Marc Wildisen ist noch nicht fit und Stefan Nebel musste nach einer Sitzprobe am Freitag passen. Das gebrochene Schlüsselbein und die resultierenden Schmerzen ließen einen Start einfach nicht zu. Wenigstens Dario Giuseppetti bekam kurz vor Rennbeginn grünes Licht vom Arzt, aber man merkte am gesamten Wochenende, das er von seiner Maximalleistung meilenweit entfernt war. Die freien Trainingsläufe und die Zeittrainings verliefen ohne größere Zwischenläufe und bestätigten die bisherigen Kräfteverhältnisse. Marc Moser konnte in der Klasse IDM Supersport mit einem zweiten Rang nach der Qualifikation positiv überraschen. Für den Sonntag hatte der Wetterdienst heftige Schauer, Gewitter, Hagel und unwetterartige Zustände angekündigt. Ein Umstand der einem am Nürburgring Angst und Schrecken einjagen kann. Eines vorab – außer einem Schauer am Freitag und am Sonntag passierte nichts.

IDM Superbike

Der Österreicher Michael Ranseder hat auf dem Nürburgring seinen ersten Sieg in der IDM Superbike errungen. Der BMW-Pilot Ranseder befand sich von Beginn des Rennens an in einer Spitzengruppe mit Martin Bauer (KTM), Matej Smrz(KTM), Karl Muggeridge (Honda) und Barry Veneman (BMW). In der 4. Runde verabschiedete sich Smrz mit einem Sturz aus dem Rennen, während die Führung zwischen Bauer und Ranseder ständig wechselte. Muggeridge und Veneman schauten sich das muntere Treiben an ohne in den Kampf um die Spitze richtig eingreifen zu wollen. Um den fünften Platz kämpfte eine Gruppe mit Jörg Teuchert (Yamaha), Damian Cudlin (BMW), Gareth Jones (BMW) und Markus Reiterberger (BMW). Es war erfrischend zuzusehen, wie der junge Reiterberger, der im letzten Jahr noch den Yamaha R6-Cup gewonnen hat, mit durchaus respektablen und erfahrenen IDM-Piloten beim Kampf um die Positionen mithalten konnte. Am Ende sprang der sechste Platz vor Damian Cudlin heraus. Der Sieg ging, wie bereits erwähnt an Michael Ranseder, der den knappen Vorsprung vor Martin Bauer über die Ziellinie retten konnte. Den dritten Platz belegte Karl Muggeridge vor Barry Veneman.

Inzwischen begann die Strecke aber wieder soweit abzutrocknen, das ein Start mit Regenreifen langfristig die schlechtere Option war. Zu Beginn des Rennens konnte sich Jörg Teuchert etwas vom Feld absetzen. Der einzige ernsthafte Verfolger war Matej Smrz mit seiner KTM. Während sich Smrz Meter für Meter an Teuchert herankämpfte, wurde dahinter munter um die Positionen gerangelt. Dabei kamen sich Troy Herfoss (Suzuki) und Barry Veneman (BMW) am Ende der Zielgeraden etwas zu nahe. Beide konnten aber nach dem Gerangel das Rennen wieder aufnehmen und beendeten das Rennen auf den Positionen 12 und 13. Zwei Runden vor Schluß war es dann um die Führung von Jörg Teuchert geschehen. Matej Smrz ging an Teuchert vorbei und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Den dritten Platz sicherte sich etwas überraschend Freddy Papunen (BMW) vor Karl Muggeridge (Honda) und Gisbert van Ginhoven (BMW).

IDM Supersport

Samstag ist Jesko Günther-Tag. Der Wuppertaler konnte bisher alle Rennen am Samstag gewinnen. Daran änderte sich auch auf dem Nürburgring nichts und Günther steuerte seine Yamaha zu einem souveränen Start-Ziel Sieg. Dahinter produzierten die Verfolger etwas Kleinholz. Besonders ärgerlich war die Karambolage zwischen Günther Knobloch und Marc Moser, da es Knobloch wichtige Punkte in der Meisterschaft kostete und Moser um den Lohn einer wirklich guten Trainingsleistung brachte. Von dem ansonsten folgenlosen Sturz profitierte Daniel Sutter der seine Kawasaki auf den zweiten Platz brachte und Thomas Walter, der nach beherztem Kampf noch den dritten Platz eroberte.

Im zweiten Rennen der IDM Supersport passierte ganz und gar Unerwartetes. Es gewann diesmal nicht Daniel Sutter - der Sonntag war bisher sein Tag, sondern wiederum Jesko Günther. Zu Beginn des Rennen konnte sich eine Gruppe mit Jesko Günther (Yamaha), Günther Knobloch(Yamaha), Daniel Sutter (Kawasaki) und Stefan Kerschbaumer (Yamaha) absetzen. Im weiteren Rennverlauf bildeten sich zwei Gruppen – das Führungsduo mit Günther/Knobloch sowie die Verfolgergruppe mit Sutter/Kerschbaumer/Linorter. Zur letztgenannten Gruppe konnte später noch Gaststarter Michael van der Mark (Honda) vom Ten Kate Junior Team aufschließen.

In der 15.Runde wurde das Rennen wegen eines Sturzes mit der roten Flagge abgebrochen. Auf einen Neustart wurde verzichtet, da genug Runden gefahren wurden um das Rennen zu werten. Somit siegte Jesko Günther vor Günther Knobloch und Daniel Sutter. Der undankbare vierte Platz ging an Michael van der Mark.

IDM 125

Eine extrem spannende Angelegenheit war das Rennen der IDM 125. Vom Start weg bildete sich eine Spitzengruppe mit Jack Miller (Aprilia), Alexander Kristiansson (KTM), Toni Finsterbusch (KTM), Luca Amato (Aprilia), Maximilian Eckner (Aprilia) und Phillip Öttl). Diese Gruppe schenkte sich im weiteren Rennverlauf wirklich nichts und blieb innerhalb einer Sekunde. Lediglich Phillip Öttl verschenkte in Runde 17 durch einen Fahrfehler 3 Sekunden auf die Spitzengruppe und verlor etwas den Anschluß. In der letzten Runde musste die Entscheidung fallen – Jack Miller kam mit 1/10-Sekunde Vorsprung vor Toni Finsterbusch durch die NGK-Schikane, aber Finsterbusch konnte sich in der letzten Kurve an Miller vorbeidrücken und holte den ersten Sieg der Saison und auch die ersten Punkte. Alexander Kristiansson komplettierte das Podest. Titelverteidiger Luca Grünwald kam, wie in den vorigen Rennen, nie richtig in Schwung und kam auf Platz 7 ins Ziel.

IDM Sidecar

Das Rennen der IDM Sidecar war eine klare Angelegenheit für Pekka Päivärinta und Adolf Henni (LCR Suzuki). Sie fuhren zu einem nie gefährdeten Start-Ziel Sieg mit 37 Sekunden Vorsprung vor Kurt Hock und Enrico Becker (LCR Suzuki). Lediglich um den dritten Platz wurde zwischen Jakob Rutz/ Ueli Wäfler und Stefan Kiser/Sandro Michelotto richtig gekämpft. Erstgenannte behielten die Oberhand in einem wenig spannenden Rennen, das durch enorme Leistungsunterschiede geprägt wurde.

Yamaha R6-Cup

Der Yamaha R6-Cup ist eine gute Schule für Nachwuchsfahrer. Große Starterfelder, Rennmaschinen mit identischer Leistung und hochmotivierte Nachwuchsfahrer gegen die man sich durchsetzen muss. Dieser harte Kampf führt aber auch zu jeder Menge Bodenkontakt und daher auch zu häufigen Rennabbrüchen. Der 3. Lauf auf dem Nürburgring machte da keine Ausnahme. Nachdem das Rennen nach 7 Runden abgebrochen werden musste, kam nach dem Neustart das Feld nur bis zur Mercedes-Arena. Der gestürzte Fahrer konnte nicht schnell genug geborgen werden und somit sahen die Fahrer erneut die rote Flagge. Auf einen weiteren Start wurde verzichtet, so daß nach 7 gefahrenen Runden Jesko Raffin als Sieger gewertet wurde. Lucy Glöckner konnte ihre Pole-Position mit über einer Sekunde Vorsprung nicht im Rennen umsetzen und wurde als Zweite vor Alain Bonnet gewertet.

Fazit

Nach drei von acht Läufen und 6 bzw. 3 Rennen in den IDM-Klassen lohnt schon mal ein Blick auf die Meisterschaftstabellen. Dank des Ausfalls von Matej Smrz im ersten Rennen ist die Spitzengruppe in der Tabelle enger zusammengerückt. Das Spitzentrio Smrz, Bauer und Muggeridge trennen maximal 7 Punkte. Durch den Sieg von Michi Ranseder hat auch er Anschluss an die Spitze gefunden. Dario Giuseppetti hat am Nürburgring keine Punkte eingefahren und ist somit in der Tabelle empfindlich zurückgefallen.

In der IDM Supersport haben sich die Herren Günther, Sutter und Knobloch schon ein wenig von dem Rest der Truppe abgesetzt. Wenn die Konkurrenz nicht bald ordentlich Gas gibt kann der neue Meister in dieser Klasse nur aus diesem Trio kommen, wobei der Ausfall von Günther Knobloch im ersten Rennen sich im späteren Verlauf der Meisterschaft noch suboptimal auswirken könnte.

Das Führungstrio Miller, Amato und Kristiansson hat sich in der IDM 125 schon etwas Luft zu den Verfolgern geschafft. Toni Finsterbusch hat eindrucksvoll die ersten Punkte in der Meisterschaft eingefahren. Ob er noch mal den Anschluss an die Spitze schafft bleibt abzuwarten. Die Tatsache, das dieses Jahr nur ein Rennen pro Wochenende gefahren wird, macht die Sache für ihn nicht leichter.

Bei den Seidenwagen wird die Meisterschaft zwischen Kurt Hock und Pekka Päivärinta entschieden, der Rest des Feldes fällt leistungsmäßig doch zu stark ab.

 

ÜBERSICHT ALLER BERICHTE DER AUSGABE 3/2011