|
21. Februar 2011
Posted in
Magazin 2011-01
14.-15. August 2010
Das Comeback der Supermoto-DM auf dem Odenwaldring bot viele spannende Rennen und die Zuschauer kamen in Scharen. Das Grusel-Wetter lichtete die normalerweise vollgestopften Ränge der Strecke zwar ein wenig, aber für eine Regenveranstaltung war der Zuspruch immer noch riesig und vor allem die Stimmung war äußerst fröhlich. Trotz immer wiederkehrenden Schauern wurde der weitläufige Offroad von der DM voll gefahren. Ein Umstand, der die Show zusätzlich anheizte.
Zur Strecke an sich
Wenn man durch Schaafheim fährt, dann glaubt man in einem 2.000-Seelen-Kaff gelandet zu sein. Von den tatsächlich fast 9.000 Einwohnern ist im Straßenbild wahrlich nichts zu merken. Ein wenig außerhalb von Schaafheim, am Rande des Industriegebietes, ist der Odenwaldring gelegen. Wirkliches Supermoto wird dort selten gefahren, da Offroad und Kartbahn in getrennter Zuständigkeit liegen.
Das Fahrerlager in Schaafheim ist recht klein, zumindest der befestigte Bereich, der den DM-Piloten und der Industrie vorbehalten bleibt. Daher kommt es dort immer wieder mal zu Rangeleien um eine adäquate Stellfläche.
S1 – Becher schafft die erste Startreihe
Mauno Hermunen beherrschte das Zeittraining erneut nach Belieben und ließ Jürgen Künzel nicht näher als eine Sekunde an sich heran kommen. Petr Vorlíček sicherte sich Rang drei in der Startaufstellung, gefolgt von Julian Becher.
S1 – Der Kampf um den Vizetitel beginnt
Während der Finne sich an die Spitze setzte und dem Feld davon zog, war Künzel hinter Vorlíček her. Die Strecke war nass und der Offroad entsprechend rutschig. Nach einem Drittel der Renndistanz trickste Künzel den amtierenden Meister aus und übernahm die zweite Position. Kurzzeitig war er sogar in der Lage sich einen Abstand herauszufahren, doch Vorlíček schloss schnell wieder auf. Der Tscheche gab nicht auf und bekämpfte Künzel bis zur Zielflagge, musste sich aber dennoch mit Rang drei zufrieden geben. Im Kampf um Platz vier sorgten der Schweizer Harry Näpflin und Markus Volz für hohen Unterhaltungswert. Volz pushte Näpflin unentwegt vor sich her und ließ nicht locker. In der letzten Runde, wenige Kurven vor der Zieldurchfahrt, setzte Volz sein geplantes Manöver um und belohnte seine Hartnäckigkeit mit dem vierten Platz.
S1 – Lost in the grid
Als das Feld zum Start bereit stand, starb Künzels Motor ab. Der Versuch die Aprilia schnell noch anzukicken misslang zwar, aber das Feld wurde trotzdem ins Rennen geschickt. Eine Situation die später für Protest sorgte. Hermunen lag wieder an der Spitze und fuhr das Rennen fehlerfrei zum zehnten S1-Sieg in dieser Saison. Im Abstand von fünf Sekunden kam Petr Vorlíček als Zweiter ins Ziel. Er hatte Näpflin und Volz direkt hinter sich im Schlepptau. Das Dreigespann bot wieder spektakuläre Szenen und Spannung bis zum Schluss. Zu Beginn des Rennens lag Julian Becher noch auf Platz drei hinter Vorlíček. Doch nach einem Fahrfehler musste er sich hinten anstellen und belegte Platz fünf.
S1 – Meisterschaftsstand nach 10 von 12 Rennen:
- Mauno Hermunen (#131) / Husqvarna - 250 Punkte
- Jürgen Künzel (#74) / Aprilia - 187 Punkte
- Petr Vorlicek (#2) / Suzuki - 176 Punkte
- Markus Volz (#3) / KTM - 168 Punkte
- Julian Becher (#98) / Kawasaki - 143 Punkte
- Marcel Götz (#54) / Kawasaki - 135 Punkte
- Harry Näpflin (#9) / Kawasaki - 124 Punkte
- Bernd Hiemer (#12) / KTM - 115 Punkte
- Markus Class (#111) / Suzuki - 114 Punkte
- Asseri Kingelin (#11) / Honda - 105 Punkte
S2 – Voreingenommen und unkonzentriert
Im Zeittraining hatte Michi Herrmann sich die Pole-Position gesichert und seinen Meisterschaftskonkurrenten Jochen Jasinski mit vier Zehnteln Abstand auf Startplatz zwei verwiesen. Nico Joannidis war seinerseits nur einige Hundertstel langsamer als Jasinski und enterte Startplatz drei, gefolgt vom Gaststarter Maik Voorwinden aus den Niederlanden. Das Zeittraining war noch nicht richtig zu Ende, da sah man Jasinski schon aus dem Fahrerlager huschen. Er hatte sich fest vorgenommen an dem Abend was anderes zu erleben und entspannte sich bei einem 130 dB lautem Dragster-Rennen in Hockenheim. Das er dort nicht zu spät ankommt, war wohl seine größte Sorge beim Zeittraining.
S2 – Was man nicht im Kopf hat
Während den Aufwärmrunden zum ersten Rennen suchte Jasinski die Box auf und musste anschließend aus selbiger ins Rennen starten. Warum fuhr er die Box an? Weil man vergessen hatte, den Transponder vom dem einen an das andere Motorrad zu montieren. Die entstandene Lücke in der Startaufstellung wusste Dirk Spaniol optimal zu nutzen und bugsierte sich von Startplatz neun direkt in die Top drei. Vor ihm balgten sich Herrmann und Voorwinden um die Führung. Der Niederländer kam gegen Ende des Rennens aber aus dem Rhythmus und musste Spaniol und Manolito Welink den Vortritt lassen. Welink, der ein Jahr zuvor noch den Gesamtrang drei in der S2-DM hatte, war als Gast in Schaafheim unterwegs. Der aus der Box gestartete Jasinski hatte sich während des Rennens eindrucksvoll nach vorne kämpfen können und belegte den fünften Rang.
S2 – Herrmann blieb dahinter
Dieses Mal lief alles glatt bei Jasinski und er konnte Herrmann beim Start sogar den Schneid abkaufen. Hermann folgte Jasinski trotz widriger Streckenbedingungen wie ans Heck genagelt und machte ihm das Siegen nicht leicht. Die beiden fuhren entfesselt und brachten mehr als zehn Sekunden zwischen sich und ihre Verfolger. Spaniol hatte nach seiner Jagd zu Beginn des Rennens den dritten Platz ergattert, schaffte es im Rennverlauf aber nicht diesen zu verteidigen. Manolito Welink und Nico Joannidis bezwangen den Saarländer, der ab Mitte des Rennens sichtbar weniger Vortrieb an den Tag legte.
S2 – Meisterschaftsstand nach 10 von 12 Rennen:
- Michael Herrmann (#5) / Husqvarna - 241 Punkte
- Jochen Jasinski (13) / Husaberg - 205 Punkte
- Nico Joannidis (#116) / Husaberg - 173 Punkte
- Dirk Spaniol (#17) / Suzuki - 165 Punkte
- Andreas Mikkelsen (#24) / Husqvarna - 121 Punkte
- Frederik Erikkson (#14) / Honda - 114 Punkte
- Jan Deitenbach (#44) / Suzuki - 109 Punkte
- Fabian Riedl (#30) / Suzuki - 109 Punkte
- Toni Krettek (#51) / Suzuki - 103 Punkte
- Lukas Wolf (#155) / Aprilia - 101 Punkte
Gute Küche mit Hang zur Übertreibung
Der Inhaber des Fahrwerkes, so heißt die Kneipe des Odenwaldring, setzt bei seinem Konzept auf Maßlosigkeit. XXL heißt die Devise und man kann aus einem reichhaltigen Angebot schmackhafter Speisen auch den kompletten Wahnsinn bestellen. Portionen die kein normaler Mensch schafft, sind dann aber auch irgendwie wieder sinnlos.
ÜBERSICHT ALLER BERICHTE DES SUPERMOTO SPEZIAL
| < Zurück | Weiter > |
|---|



