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21. Februar 2011
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Magazin 2011-01
11.-12. September 2010
Bei herrlichem Sonnenschein und prall gefüllten Zuschauerrängen machten sich die Piloten der Internationalen Deutschen Supermoto Meisterschaft daran, die neue Freiburger Bahn im Gewerbepark Breisgau zu beleben. Der neu angelegte Offroad bot den Fahrern eine optimale Spielwiese und den Zuschauern ein atemberaubendes Arena-Feeling.
Zur Strecke an sich
Der ehemalige Fliegerhorst Bremgarten wurde bis 1993 vom Aufklärungsgeschwader 51 Immelmann genutzt und beheimatete vorwiegend Phantom-Jets der Deutschen Luftwaffe. Seit 1997 wird das 563 Hektar große Areal als interkommunales Gewerbegebiet vermarktet und dementsprechend von Gewerbe besiedelt. Das äußere Ende dieser Fläche ist seit 2004 jährlich Austragungsort einer Supermoto-DM-Veranstaltung und blieb bis 2010 von der der Industrie verschmäht. Dann aber haben gleich drei Firmen zugeschlagen und einen Teil der Bahn in Beschlag genommen. Was sich wie ein mittelschweres Desaster für dieses Supermoto-Kleinod anhörte, entwickelte sich aber ins Gegenteil. Die Firmen sind durchweg begeistert von den Aktivitäten des Freiburger Motorsportclubs und leisteten volle Unterstützung beim Planen einer geänderten Streckenführung. Besser geht's nicht!
Der neu angelegte Offroad von Freiburg sieht aus wie gemalt. Alle die den ursprünglichen Offroad von Freiburg mochten, müssen den neuen lieben. Er ist anspruchsvoll, umfangreich und bietet mehrere Überholmöglichkeiten. Dieses Kunstwerk aus Lehmboden muss man gesehen haben.
S1 – Hermunen macht Ernst
Doch nun zum Renngeschehen. Alle Teilnehmer gingen davon aus, dass Freiburg das vorletzte Rennen sein würde. Künzel hatte sich fest vorgenommen seinen Abstand auf Petr Vorlíček auszubauen, Vorlíček wollte Künzel möglichst viele Punkte abknapsen und Hermunen... ? Nun ja, der Finne hatte nur eines im Sinn. Vorzeitig Meister zu werden und auch aus Freiburg ungeschlagen abzureisen. Bereits im Zeittraining zeigte er eindrucksvoll seine Entschlossenheit. Nachdem Jürgen Künzel und Cyrill Scheiwiller ihre ersten schnellen Runden abgeliefert hatten, legte der Tabellenführer ganz schamlos eine um 1,5 Sekunden schnellere Zeit auf den Asphalt. Die Verfolger konnten zwar später noch ein wenig heranrücken, aber selbst danach war Hermunen noch knappe 0,7 Sekunden schneller unterwegs. Während sich Scheiwiller den zweiten Startplatz sichern konnte, verabschiedete sich Künzel mit einem Lagerschaden am Hinterrad aus der ersten Startreihe. Mit Harry Näpflin auf Rang drei und Petr Vorlíček auf vier, war die Front im S1-Zeittraining international besetzt.
S1 – Götz gewann den Vierkampf
Schon aus der Startrunde des ersten Rennens kam Hermunen mit einem ordentlichen Abstand zurück, um sich danach Zug um Zug weiter abzusetzen. Zu guter Letzt brannte er dem Duo Scheiwiller-Künzel 15 Sekunden auf den Pelz und gewann das Rennen. Künzel war zu Beginn des Rennens an Scheiwiller vorbei gezogen, musste aber später dem Druck nachgeben und bei einer Attacke des jungen Schweizers zurückstecken. Hinter den beiden hatte sich Julian Becher auf Rang vier eingenistet. Er schaute sich den Schlagabtausch der beiden zwar aus nächster Nähe an, griff jedoch nicht ein und wurde Vierter. Im Kampf um Platz fünf fand der eigentliche Krimi dieses Rennens statt. Harry Näpflin, Marcel Götz, Petr Vorlíček und Markus Volz führten einen erbitterten Kampf. Götz schaffte es im Offroad an seinem Teamkollegen Näpflin vorbei zu gehen und Rang fünf ins Ziel zu retten. Die vier überquerten die Ziellinie in einem Zeitfenster von 0,7 Sekunden. Ein eindeutiges Zeichen für pure Spannung.
S1 – Hermunen ist Deutscher Meister
Im zweiten Rennen ging es für Hermunen um den vorzeitigen Sieg in der Meisterschaft. Der Finne verrichtete seinen Job mit Bravour und zauberte einen weiteren Start-Ziel Sieg auf die Freiburger Bahn. Dahinter waren es wieder Künzel und Scheiwiller die sich balgten. Ähnlich wie im ersten Lauf setzte sich Künzel schnell vor den Schweizer, um ihm gegen Ende des Rennens wieder den Vortritt zu lassen. "Ich muss die Meisterschaftstabelle im Auge haben. Da kann ich mir gefährliche Situationen mit Cyrill als Gaststarter nicht erlauben." Platz vier kämpften Julian Becher und Petr Vorlíček unter sich aus. Becher zeigte eindrucksvoll, dass er dem dauernden Druck des dreifachen Deutschen Meisters durchaus gewachsen ist und wurde Vierter vor Vorlíček. Die zwei lieferten sich im Offroad mehrere Überholmanöver mit entsprechendem Konter und unterhielten die Massen mit ihrem Zweikampf.
S1 – Meisterschaftsstand nach 12 von 12 Rennen:
- Mauno Hermunen (#131) / Husqvarna - 300 Punkte
- Jürgen Künzel (#74) / Aprilia - 231 Punkte
- Petr Vorlicek (#2) / Suzuki - 209 Punkte
- Markus Volz (#3) / KTM - 194 Punkte
- Julian Becher (#98) / Kawasaki - 183 Punkte
- Marcel Götz (#54) / Kawasaki - 168 Punkte
- Harry Näpflin (#9) / Kawasaki - 154 Punkte
- Asseri Kingelin (#11) / Honda - 129 Punkte
- Jean-Marc Gaillard (#4) / Honda - 120 Punkte
- Bernd Hiemer (#12) / KTM - 115 Punkte
S2 – Herrmann war der Chef im Ring
Mit erschreckend deutlicher Überlegenheit konnte Michi Herrmann das Zeittraining für sich entscheiden. Sein Meisterschafts-Konkurrent Jochen Jasinski fuhr auf Startplatz zwei, musste aber eine ganze Sekunde Abstand zu Herrmann verschmerzen. Nico Joannidis und Dirk Spaniol vervollständigten die erste Startreihe.
S2 – Große Abstände im ersten Rennen
Auch beim Start war Herrmann der Schnellste. Er zog im ersten Lauf davon und zeigte da schon sehr deutlich, dass er nicht vor hat, sich in Freiburg in die Meisterschaftssuppe spucken zu lassen. Jasinski hatte anfangs auch kaum Gelegenheit sich nach vorne zu orientieren, da Spaniol und Joannidis ihm ordentlich auf die Pelle rückten. Weil Spaniol sich nicht gegen Jasinski durchsetzte, wagte Joannidis den Schritt nach vorne, passierte Spaniol und griff Jasinski an. Kurz vor Schluss, Spaniol hatte den direkten Kontakt schon verloren, rutschte Joannidis im großen Anlieger das Vorderrad weg. Bevor Joannidis wieder los kam, war Spaniol durch und sicherte sich den dritten Platz. Jan Deitenbach wurde, mit 22 Sekunden Rückstand auf Joannidis, Fünfter.
S2 – Meister ohne es zu wissen
Den zweiten Lauf packte Herrmann wieder ganz genau so an wie den ersten. Start gewinnen und davon ziehen schien ihm die beste Alternative zu sein. Und auch dieses Mal durchkreuzte niemand seinen Plan. Jasinski folgte in relativem Abstand zum Tabellenführer und ließ seinerseits Joannidis und Spaniol ein wenig stehen. Die beiden führten nämlich erneut einen erbitterten Kampf um den dritten Platz. Doch Joannidis ließ sich nicht beirren. Im letzten Drittel des Rennens verpasste Spaniol eine Schikane und kam nur kurz aus dem Konzept. Das reichte allerdings schon, um den Druck von Joannidis zu lassen. Der zog die Flucht nach vorne vor und arbeitete sich bis auf drei Sekunden an Jasinski heran. Am Ende sicherte sich Joannidis den hart verdienten dritten Platz vor Spaniol. Jan Deitenbach und Andreas Mikkelsen balgten sich um Rang fünf. Ein Duell das Deitenbach für sich entscheiden konnte.
Michi Herrmann freute sich bei der Zieldurchfahrt, konnte sich seines Titels aber noch nicht sicher sein. Dass die Rennen in Großenhain wegen sintflutartiger Regengüsse abgesagt würden, konnte zu dem Zeitpunkt ja noch kein Mensch wissen.
S2 – Meisterschaftsstand nach 12 von 12 Rennen:
- Michael Herrmann (#5) / Husqvarna - 291 Punkte
- Jochen Jasinski (13) / Husaberg - 249 Punkte
- Nico Joannidis (#116) / Husaberg - 211 Punkte
- Dirk Spaniol (#17) / Suzuki - 203 Punkte
- Andreas Mikkelsen (#24) / Husqvarna - 148 Punkte
- Frederik Erikkson (#14) / Honda - 143 Punkte
- Jan Deitenbach (#44) / Suzuki - 142 Punkte
- Toni Krettek (#51) / Suzuki - 128 Punkte
- Fabian Riedl (#30) / Suzuki - 126 Punkte
- Morten Hagemann (#34) / Husqvarna - 118 Punkte
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