SMoN

<script type="text/javascript" src="http://www.motomonster.de/plugins/editors/jce/tiny_mce/themes/advanced/langs/en.js?version=154">02.-03. Oktober 2010

Bei der Mannschaftsweltmeisterschaft im französischen Cahors stand das deutsche Team erneut auf dem Podium. Nach einem Sturz mit Beckenbruch von Bernd Hiemer (KTM) aus dem deutschen A-Team waren es die Junioren, die hinter Gastgeber Frankreich und Favorit Italien mit Platz drei Bronze erreichten. Damit sorgten die "Young-Guns" mit Jan Deitenbach, Markus Class (beide Suzuki) und Nico Joannidis (Husaberg) nach dem Titelgewinn im vergangenen Jahr erneut für eine faustdicke Überraschung. Neben kluger Fahrweise und kämpferischem Einsatz war das Podium aber auch das Resultat einer tollen Leistung des gesamten Teams vor Ort, inklusive der beiden verbliebenen A-Fahrer Michi Herrmann (Husqvarna) und Jürgen Künzel (Aprilia). Am Ende der drei Rennläufe war es gerade einmal ein Punkt Vorsprung auf Finnland, mit dem die Junioren Platz drei erreichten.

Racemodus der SMoN

Das Supermoto der Nationen ist die Mannschaftsweltmeisterschaft und unterliegt anderen Regeln als die anderen Wettkämpfe. Jede teilnehmende Nation darf zwei Mannschaften mit je drei Fahrern entsenden. Diese Auserwählten starten in unterschiedlichen Klassen. Es sind ausschließlich S1-Motorräder mit maximal 450 cm³ erlaubt. Im Zeittraining treten die Klassen getrennt an. Das Ergebnis des Trainings ergibt die Startaufstellung für die Qualifikationsrennen. In diesen Qualifying-Races werden nun Punkte vergeben. Platz 1 erhält einen Punkt, Platz 2 zwei Punkte und so weiter. Jede Nation hat ein Streichergebnis – also einen nicht gepunkteten Fahrer. Dieses Streichergebnis wird nach den Qualifying-Races vom Teammanager festgelegt – in der Regel das mit der höchsten Punktzahl. Die verbleibenden zwei Ergebnisse werden addiert. Die daraus resultierende Punktzahl bestimmt den Startplatz für die Rennen. Beispiel: Ein Team belegt in den Qualifying-Races die Plätze 2, 6 und 4. Der sechste Platz bildet das Streichergebnis, das Team hat also 6 Punkte. Startplatz 1 bekommt das Team mit den wenigsten Punkten.

Bei den Rennläufen starten dann jeweils zwei Fahrer pro Rennen. Es werden drei Rennen gefahren. Es starten jeweils die Gruppen 1 & 2, 2 & 3 und 1 & 3 gemeinsam. Die Startaufstellung erfolgt nach Klassen getrennt hintereinander. Das Team mit Startplatz 1 steht demnach mit einem Fahrer auf Startplatz 1 und mit dem zweiten Fahrer – bei 16 teilnehmenden Teams – auf Startplatz 17. Welcher Fahrer vom vorderen oder vom hinteren Startplatz aus ins Rennen geht, legen die Teams fest. In den drei Hauptrennen werden wieder die Punkte nach Platzierung vergeben und mit Ausnahme des Streichergebnisses addiert. Das Team mit den wenigsten Punkten gewinnt.

Das Freie Training

Im freien Training musste sich die Mehrzahl der Fahrer zunächst an die einheitlichen Golden Tyre gewöhnen. Dazu stand für die eigentlichen S2 Piloten Herrmann, Joannidis und Deitenbach die Eingewöhnung auf die bei der WM ausschließlich erlaubten S1 450er an. Im Zeittraining der ersten Gruppe sorgte dann Jan Deitenbach für die erste Aufregung im Team, als das Getriebe bereits in der ersten Runde den Dienst quittierte. Das Ersatzbike musste geholt werden, dann die Räder umgesteckt werden, um nicht weitere Reifen-Sticker zu verbrauchen. Auf der ungewohnten Maschine gab es nur Rang 16, während Hiemer die Pole holte. Die Gruppe zwei ging aus deutscher Sicht glatt durch, während in Gruppe drei Michi Herrmann für Action sorgte. Denn gleich zu Beginn war er böse abgeflogen, stand etwas neben sich und die Husky sah aus wie vom Bus überrollt. Doch Schrauber Uwe richtete das Bike binnen einer Viertelstunde und Michi ergatterte noch Rang drei, während Class Startposition fünf erreichte.

Die Qualkifikationsrennen

Im ersten Qualifikationsrennen stürmte Hiemer schnell an die Spitze, musste sich dann aber der bärenstarken Aprilia von Thierry van den Bosch geschlagen geben, für den der Track mit der ultralangen Geraden wie geschaffen war. Junior Jan konnte mit Rang 13 immerhin einige Positionen gut machen. Mitfavorit Italien verlor Davide Gozzini schon nach einem Chrash in der Aufwärmrunde(!). In der zweiten Gruppe war Jürgen Künzel mit einem sicheren fünften Platz unterwegs, Nico Joannidis holte Platz 10. In der letzten Gruppe sorgten dann Michi Herrmann und Markus Class für einen sehenswerten "Zweikampf" um Platz zwei. Immer wieder wechselten die Positionen, am Ende durfte Class den besseren Platz behalten. Damit war das A-Team auf Startplatz zwei hinter Lokalmatador Italien, die Junioren immerhin noch auf P5. Denn mit Ravaglia hatte auch der zweite Italiener einen üblen Unfall.

Nico lässt die Husaberg fliegen

Das Warm Up am Sonntag begann mit einem heftigen Crash von Nico Joannidis. Er hatte den Dreier-Sprung im Offroad versucht und schlug heftig ein. Wie durch ein Wunder trug er keine nennenswerten Verletzungen davon, sein Bike sorgte bei den Mechanikern jedoch für reichlich Arbeit. Und auch die Husky von Michi Herrmann, in der DM als Hermunens S1 Bike im Einsatz gewesen, verlangte nach einem frischen Motor.

Rennen 1 (Klassen 1 & 2)

Für den Nachmittag standen die drei Rennen auf dem Plan. Dabei gehen pro Team immer zwei Fahrer an den Start, die Startposition der Fahrer wird dabei vom Team festgelegt. Bernd Hiemer übernahm Position 18, während Künzel von zwei startete. Hiemer setzte richtig, und kam schon aus der Startrunde auf Position sieben (!) zurück. Schnell war er an Hermunens Hinterrad und die beiden lieferten sich einen sehenswerten Fight um Platz drei. Kurz vor dem Ende des Rennens lief das Duo auf einen zu überrundenden Fahrer der französischen Junioren auf. Der ignorierte die blauen Flaggen, und bei einem abrupten Bremsmanöver flog Hiemer ab und bleib in der Wiese liegen. Mit starken Schmerzen im Rücken wurde er nach Laufende ins Hospital gebracht. Die Franzosen holten einen Doppelsieg vor Hermunen, Jürgen Künzel sicherte Platz sechs. Die Junioren Joannidis (12) und Deitenbach (17) brachten solide Mittelfeldplätze ein.

Rennen 2 (Klassen 2 & 3)

Im zweiten Lauf übernahm Jürgen Künzel die vordere Position für das deutsche A-Team, Michael Herrmann ging von 18 ins Rennen. Künzel kam beim Start gut mit, musste sich dann aber den Franzosen und anderen WM-Piloten beugen. Im Ziel war es dann Platz sechs. Herrmann hatte zunächst einige Probleme, durch das Feld zu kommen. Mit einem starken Finale durfte er sich aber die Punkte für die zehnte Position gutschreiben lassen. Bei den Junioren fuhr der junge Markus Class einen starken Beginn. Am Ende ließen die Kräfte etwas nach, so mußte er sich in der Zielkurve noch dem italienischen WM-Piloten Ravaglia beugen und wurde Achter. Joannidis war beim Start eingeklemmt, arbeitete sich von 22 auf 17 vor, bis er sein Motorrad ausbremste. Auf Platz 24 zurück gefallen, reichte es im Ziel immerhin noch für Platz 20.

Rennen 3 (Klassen 1 & 3)

Für den letzten Lauf war die Stimmung im deutschen Team nicht von Zuversicht geprägt. Denn Bernd Hiemer kam aus dem Krankenhaus zurück mit der schmerzhaften Diagnose Beckenverletzung, kein Start mehr möglich. So musste Herrmann als einziger Vertreter für das Senior-Team ran, das Streichresultat war damit die Nichtteilnahme von Hiemer. Beim Start stürmte Markus Class für die deutschen Junioren aus der fünften Position auf Platz drei, Michi Herrmann vom A-Team dahinter. Schnell gewann das Duo noch eine Position. Jan Deitenbach, von Platz 21 gestartet, kämpfte sich brav binnen 5 Runden auf Platz 15 vor. Jetzt waren die Deutschen auf Podiumskurs, denn Mauno Hermunen für Finnland<script type="text/javascript" src="http://www.motomonster.de/plugins/editors/jce/tiny_mce/themes/advanced/langs/en.js?version=154"> und Richard Blakeman für England waren gestürzt. Doch Hermunen begann eine rasante Aufholjagd, und an der Spitze fuhr WM-Pilot Gozzini an den beiden Deutschen vorbei. In den letzten Runden wurde es dann noch einmal ganz eng, Hermunen gewann weitere Positionen und der Franzose Grelier rückte Herrmann und Class nahe. "All In" war das Motto, Deitenbach drehte im Mittelfeld noch einmal auf, fuhr jetzt seine schnellsten Runden und fand den Anschluss an die Vorderleute. Vorne schnappte sich der Franzose noch die beiden Deutschen, aber im Ziel reichte es mit einem Punkt Vorsprung für die Junioren auf das Podium! Und das A-Team kam trotz des Ausfalls von Bernd Hiemer punktgleich mit Finnland auf Platz fünf!

Endergebnis der Supermoto of Nations 2010:

  1. Frankreich - 7 Punkte
  2. Italien - 25 Punkte
  3. Deutschland Junioren - 56 Punkte
  4. Finnland - 57 Punkte
  5. Deutschland - 57 Punkte
  6. Großbritannien - 67 Punkte
  7. Frankreich Junioren - 81 Punkte
  8. Estland - 83 Punkte
  9. Schweden - 83 Punkte
  10. Tschechische Republik - 87 Punkte
  11. Slowenien - 92 Punkte
  12. Brasilien - 95 Punkte
  13. Spanien Junioren - 97 Punkte
  14. Belgien - 105 Punkte
  15. Dänemark - ausgeschieden
  16. Spanien - ausgeschieden
  17. Argentinien - nicht qualifiziert
  18. Lettland - nicht qualifiziert
  19. Großbritannien Junioren - nicht qualifiziert

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