Ben Spies entriss Haga die Tabellenführung und schaute Rea beim Siegen zu.

20090906_2215_queensNoriyuki Haga zeigte am vergangenen Wochenende eine überaus konstante Leistung, jedoch mit einem Manko - es haperte beim Abschluss. Die Superpole hatte der Japaner auf der Xerox Ducati souverän anfahren können, weshalb er sich vor den beiden Fireblades von Jonathan Rea und Leon Haslam auf der Pole breit machte, ehe sein Teamkollege Michel Fabrizio das Frontline-Sandwich komplettierte. Die Pole Position half Haga sicher einen guten Start ins Rennen zu erhaschen, doch das ist bekanntlich erst die halbe Miete.

Das erste Rennen musste leider zweimal gestartet werden, da es unmittelbar nach dem ersten Anlauf arg schepperte. John Hopkins und Makoto Tamada mussten danach mit dem Befund auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nachdem alle Teams neue Reifen gefasst hatten kam es zum Neustart, den Haga vor Rea, Spies und Troy Corser gewann. Das Bündel beschnupperte sich eine Weile, bis Spies den Briten auf der Hannspree Honda aufschnupfte, um seine Yamaha anschließend im Heck von Haga zu präsentieren. Die beiden setzen sich nach und nach von Rea und Corser ab, wobei letzterer sich wenig später von Carlos Checa und Max Biaggi überholen lassen musste. Doch für Corser und seine BMW kam es noch dicker. Leon Haslam und Fabrizio gingen noch vorbei, wodurch gerade noch Rang acht übrig blieb. An der Spitze tat sich indes auch noch einiges. Noriyuki Haga ließ es in einem schwachen Moment geschehen, dass Spies sich vorbei pressen konnte und fand danach keinen Weg mehr vorbei. Haga drängelte zwar wie ein Wahnsinniger, doch Spies zeigte keine Nerven und gewann das Ding. Den Kampf um Rang drei gewann Carlos Checa gegen seinen Teamkollegen Jonathan Rea.

20090906_2681_queensIm zweiten Rennen war Haga wieder vorne, doch Checa, Corser Haslam und Rea waren an ihm dran. Zuerst wechselte Haga mit Checa die Position, bis eine Runde später dann Rea am Drücker war und Checa wieder auf drei lauerte. Als wollte Haga dem bunten Treiben ein Ende machen, beschleunigte er Rea am Eingang der fünften Runde aus und kassierte anschließend die brettharte Quittung. Rea wehrte sich gegen das Überholmanöver und blockpasste Haga nach feinster MX Manier im Scheitel der Kurve. Das Aus und gleichzeitig der kampflose Verlust der Tabellenführung von Haga. Rea konnte diese hart erstrittene Führung bis zur karierten Flagge halten, wenngleich er stets Konkurrenz im Nacken hatte. Anfangs war es Haslam der ihm das Leben schwer machte, doch ab der 13ten Runde lag Spies auf der Lauer. Der Yamaha Pilot war sich über seine designierte Tabellenführung wohl sehr im Klaren und beließ es bei Rang zwei. Zuvor hatte Spies ohnehin schon ein beeindruckendes Schauspiel abgeliefert. Er kam als Siebter durch die erste Kurve und bahnte sich binnen weniger Runden seinen steinigen Weg bis auf Rang zwei. Checa und Biaggi ließen Haslam hinter sich um Rang drei und vier zu kassieren. Troy Corser landete die einzig verbliebene BMW auf Rang sechs. Sein Ersatzkollege Richard Cooper brachte die S1000RR in beiden Rennen nicht ins Ziel.

Bilder von der Superbike WM am Nürburgring.