20100410_0234_queensVom Big Bang und dem wohl fruchtbarsten Team der DM.

Nach ersten Tests mit seinem neuen Einsatzgerät, einer Aprilia MXV 450, zeigte sich Jürgen Künzel auf heimischer Strecke in Großenhain sehr beeindruckt. Die übliche, ja schon obligatorische Frage danach, wie der neue Hobel den so spant, ließ ich bewusst außen vor. Was soll der frisch gebackene Aprilia Pilot schon sagen. Klar würde er das Gerät loben, und sicher ist die Werksmaschine, die sich vom Motor her auf gleichem Stand befindet wie das WM-Geschoss von Thierry van den Bosch, sehr konkurrenzfähig. Doch Künzel hatte ein selten gesehenes, breites Grinsen auf dem Gesicht und hielt es selbst nicht aus ein paar erste Eindrücke zum Besten zu geben. "Also um ehrlich zu sein, ich bin komplett baff. Das Ding geht ab wie eine Rakete, sieht einfach spitze aus und der Klang! Hast Du das gehört?" Klar hab ich das. Die 450er kreischt aus der Arrow Anlage, als hätte Luzifer persönlich ihr Feuer eingehaucht. Ein bis dato untypischer Sound auf deutschen Supermoto Bahnen. "Irgendwas haben die umgestellt und jetzt ist es ein Big-Bang. Aber frag mich nicht was das bedeutet, frag den Hilger. Der kann das viel besser erklären." Gesagt getan. Olaf Hilger, Offroad-Mann für Aprilia Deutschland, erklärte viele nette Einzelheiten, berichtete von verdrehten Nockenwellen, anderer Zündsteuerung und von was weiß ich noch allem. Auf den Punkt gebracht sollte es wohl heißen, dass die Zylinder an Künzels Aprilia unmittelbar hintereinander in den Arbeitstakt gehen... zünden so zu sagen. Dies hat einen ähnlichen Effekt als sei es ein Einzylinder, nur dass der Druck in zwei etwas kleineren, aber dafür nachhaltigeren Schüben auf die Kurbelwelle abgegeben wird. (Nachtrag von Herrn Hilger: "Screamer... es ist ein Screamer!")

 

Doch zurück zum Piloten. Da die Einsatzgeräte erst jetzt, sehr kurz vor der Saison zur Verfügung standen, bleibt trotz aller Kraft die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit. "Nach Stendal kann ich da mehr zu sagen, da reisen wir an um dazu zu lernen. Wir waren gestern schon auf dem Harz Ring unterwegs, wo ich zum ersten mal auf der Aprilia gesessen bin und ich muss echt sagen, dass Fahren macht wieder richtig Spaß mit dem Ding. Was auch spitze ist, das sind die Grebenstein Jungs. Ich hatte ja vorher nie mit denen zu tun, aber was die alleine in der letzten Woche alles geregelt und organisiert haben, das ist schon spitze. Und wenn ich dem Langen (Red.: Thomas Grebenstein) beim Schrauben zuschaue, dann weiß ich dass ich richtig aufgehoben bin."

Zum Fahrwerk kann man so viel sagen, das bei den ersten Tests eine Gabel von Öhlins eingesetzt wurde, und das passende Federbein dazu auch noch folgen wird. Bei den Reifen setzt man auf Michelin.

Der Gesamteindruck zur neu zusammengeschweißten Truppe war auf Anhieb überzeugend. So herzlich wie man die Truppe aus Gera kennt, bereichert durch einen scheinbar überglücklichen Künzel. Der eifert zusammen mit seiner Madeleine seinem Vorgänger nach. Genau wie Manolito Welink, der mittlerweile als Husaberg Händler in der GCC unterwegs ist, starten die beiden nämlich mit Vorfreude auf Nachwuchs in die Saison auf der Grebenstein Aprilia.