20100425_queens_1036Bei strahlendem Sonnenschein fand dieses Wochenende der Saisonauftakt der Supermoto DM in Stendal in der Altmark statt. Der MSV Dolle übernahm traditionsgemäß die erste Veranstaltung der Saison und das treue Stendaler Publikum wurde mit spannenden Rennen belohnt. Neben den Wertungsläufen der Supermoto DM war auch das geschlossene Fahrerfeld beider Pokalklassen, des Ü40-Cups und der Nachwuchs mit am Start (Klasse S3). Um heimischen Piloten Gelegenheit zu bieten mit den Großen des Sports unterwegs zu sein, präsentierte der Veranstalter zudem eine voll belegte Amateurklasse.

 

 

 

S1 DM - Stendal

Der Finne Mauno Hermunen beherrschte das Geschehen der S1 offenbar nach Belieben. Seine Leistung des Samstages krönte er mit einer 0,7 Sekunden schnelleren Rundenzeit als der zweifache Weltmeister Bernd Hiemer sie zu fahren vermochte. Jürgen Künzel belegte den dritten Platz in der Startaufstellung, immerhin drei Zehntel schneller als der amtierende Meister Petr Vorlicek.

20100425_queens_2112Dass er ein verdammt guter Starter ist, bewies Hermunen schon gleich beim ersten Lauf. Gefolgt von Künzel nahm er die Spitze ein, doch schon bald machte sich Hiemer daran Künzel das Heck zu zeigen und Hermunen einzufangen. Beim Versuch an den Finnen heran zu kommen erwischte Hiemer in voller Schräglage eine Bitumen Fuge der Rollbahn von Stendal und ging unsanft zu Boden. Er steckte danach aber nicht auf, überholte einige Nutznießer seines Sturzes und wurde zum Schluss Sechster. Nun war Künzel wieder auf Rang zwei, doch dem Vizemeister unterlief ein Fehler. „Ich hab mir den Motor ausgebremst und bin froh, dass ich doch noch Schadensbegrenzung machen konnte." Künzel schaffte es noch Julian Becher einzufangen, welcher später noch Hiemers Aufholjagd zum Opfer fiel, und belegte Rang fünf. Während Markus Volz auf dem vierten Rang wenig Feindkontakt hatte - acht Sekunden Abstand nach vorne und fünf Sekunden Polster nach hinten - ging es zwischen Petr Vorlicek und Markus Class im Gerangel um den zweiten Platz ein wenig heftiger zu. Class scheuchte den Meister vor sich her und nutzte in der letzten Runde kaltschnäuzig einen Fehler des Tschechen, der somit Dritter wurde.

Lauf 1: 1. Mauno Hermunen (FIN/Husqvarna), 2. Markus Class (D/Suzuki), 3. Petr Vorlicek (CZ/Suzuki), 4. Markus Volz (D/KTM), 5. Jürgen Künzel (D/Aprilia)

 

20100425_queens_1475Im abschließenden Wettkampf des Tages war es erneut Mauno Hermunen, der Start und Rennen gewann. Er konnte unbehelligt das Weite suchen und weitere 25 Meisterschaftspunkte sammeln. Hiemer, der sich ab der ersten Runde von Künzel bedroht fühlen musste, hatte sich noch nicht vollends auf sein Material in der DM eingeschossen. „Wir haben unsere Tests vorwiegend mit den vorgeschriebenen Reifen der WM gefahren und die Umstellung auf den wesentlich besseren Michelin war doch nicht so einfach. Beim nächsten Rennen in Harsewinkel werde ich das Potential sicher voll ausnutzen können." Künzel machte Hiemer etwa das halbe Rennen lang Druck, bis der Abstand dann aufriss und Vorlicek mit Class im Gefolge aufrückte. Das Trio aus Künzel, Vorlicek und Class drehte spektakuläre Runden und war schließlich die Hauptattraktion des Rennens. Die drei überquerten die Ziellinie innerhalb einer halben Sekunde, wobei Class es tatsächlich wieder in der letzten Runde schaffte an Vorlicek vorbei zu ziehen und Platz drei zu ernten. Eine grandiose Leistung für den 19 Jahre jungen Wormser.
Mauno Hermunen meinte nach seinem Doppelsieg zum Saisonauftakt: „Die S1 macht richtig viel Spaß und die Konkurrenz ist hart. Aber ich werde mein bestes geben um immer einen Weg zu finden ein bisschen schneller zu sein als die anderen."

Lauf 2: 1. Mauno Hermunen (FIN/Husqvarna), 2. Bernd Hiemer (D/KTM), 3. Jürgen Künzel (D/Aprilia) 4. Markus Class (D/Suzuki), 5. Petr Vorlicek (CZ/Suzuki)

 

S1 Meisterschaftsstand nach 2 von 16 Rennen:
  1. Mauno Hermunen (#131) / Husqvarna - 50 Punkte
  2. Markus Class (#111) / Suzuki - 40 Punkte
  3. Bernd Hiemer (#12) / KTM - 37 Punkte
  4. Jürgen Künzel (#74) / Aprilia - 36 Punkte
  5. Petr Vorlicek (#2) / Husqvarna - 36 Punkte
  6. Markus Volz (#3) / KTM - 33 Punkte
  7. Jean-Marc Gaillard (#4) / Honda - 26 Punkte
  8. Dirk Spaniol (#17) / Suzuki - 26 Punkte
  9. Julian Becher (#98) / Kawasaki - 26 Punkte
  10. Harry Näpflin (#9) / Kawasaki - 22 Punkte

 

S2 DM - Stendal

Jochen Jasinski hatte sich mit fast einer halben Sekunde Vorsprung die Pole Position sichern können, gefolgt von Michi Herrmann, dem Schweden Frederik Eriksson und Dirk Spaniol.

20100425_queens_0695Beim Start ins erste Rennen setzte der amtierende S2 Meister die Pole auch problemlos um, musste sich allerdings schon nach wenigen Metern von Herrmann überholen lassen. Dieser versuchte danach Boden gut zu machen, doch Jasinski ließ nicht locker und lauerte auf seine Möglichkeit zu überholen. Wenige Runden vor Schluss war es auch soweit. Herrmann musste am Ende der Gegengeraden zurückstecken, als Jasinski ihm eine Motorradlänge voraus war. Danach war Jasinski in der Lage den Abstand zwischen sich und Herrmann stetig wachsen zu lassen.
Nachdem Spaniol sich auf Start-Ziel an Eriksson vorbei gebremst hatte, fuhr der DSR-Teamchef seinen eigenen Stiefel und konnte sich einstweilen vom Schweden absetzen. Der wurde aber von seinen Verfolgern so stark unter Druck gesetzt, dass er die Flucht nach vorne suchte und Spaniol wieder näher kam. Doch auch das nutze ihm nichts, da Nico Joannidis (D/Husaberg) lange genug Maß genommen hatte und Eriksson den vierten Platz abnahm.

Lauf 1: 1. Jochen Jasinski (D/Husaberg), 2. Michael Herrmann (D/Husqvarna), 3. Dirk Spaniol(D/Suzuki), 4. Nico Joannidis (D/Husaberg), 5. Frederik Eriksson (S/Honda)

 

20100425_queens_0589Im zweiten Lauf war es wieder Jasinski, der zu Beginn das Rennen anführte. Während Eriksson weniger Fingerspitzengefühl zeigte und nach Frühstart mit einer Stop-and-Go Strafe belegt wurde. Jasinski hatte Herrmann im Nacken und der Thüringer schnappte sich den Meister am großen Table des Stendaler Offroad. Jasinski hingegen wurde zusehends langsamer und verließ eine Runde später die Strecke wegen eines gebrochenen Hinterrades. Herrmann bekam von alle dem nur wenig mit, spulte von da an unbehelligt seine Runden ab und siegte mit fast 10 Sekunden Abstand zu Spaniol. Der war beim Start gut weg gekommen, bekam den zweiten Platz aber bei weitem nicht geschenkt. Sein ehemaliger Zögling Stefan Freyermuth machte ihm Runde um Runde die Hölle heiß und die beiden begeisterten die Zuschauer mit spannenden und vor allem fairen Kampfszenen. Auf Platz vier kam Nico Joannidis ins Ziel, der seinerseits gesunde 10 Sekunden Abstand zu seinem Verfolger-Trio, bestehend aus Michi Wagner, Jan Deitenbach und Ruurd van Roozendaal herausfahren konnte.

Lauf 2: 1. Michael Herrmann (D/Husqvarna), 2. Dirk Spaniol(D/Suzuki), 3. Stefan Freyermuth (D/Husqvarna), 4. Nico Joannidis (D/Husaberg), 5. Michael Wagner (D/Honda)

 

S2 Meisterschaftsstand nach 2 von 16 Rennen:
  1. Michael Herrmann (#5) / Husqvarna - 47 Punkte
  2. Dirk Spaniol (#17) / Suzuki - 42 Punkte
  3. Nico Joannidis (#116) / Husaberg - 36 Punkte
  4. Stefan Freyermuth (#252) / Husqvarna - 34 Punkte
  5. Michael Wagner (#3) / Honda - 31 Punkte
  6. Frederik Eriksson (#14) / Honda - 28 Punkte
  7. Joachim Bauer (#70) / Husaberg - 26 Punkte
  8. Jochen Jasinski (13) / Husaberg - 25 Punkte
  9. Toni Krettek (#51) / Suzuki - 21 Punkte
  10. René Tänzer (#94) / Husqvarna - 21 Punkte

 

Die kompletten Ergebnisse gibt es unter www.sportserviceschleswig.de zu sehen.