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01. Juli 2010
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Supermoto DM
Das volle Programm der S-Klasse Rennen in Lichtenberg - jetzt mit neuem Text und Videos
Lichtenberg ist Hermunen Land. Wem das vorher noch nicht klar war, dem wurde es spätestens beim Zeittraining am Samstag Nachmittag bewusst. Mit Beginn der Trainings Session stürmte ein Großteil der Piloten direkt wie von der Tarantel gestochen los. Ein bescheuertes Sprichwort, wenn man bedenkt, dass Taranteln beißen und nicht stechen. Bevor man auf dem Erzgebirgsring über die Induktionsschleife der Zeitnehmer huscht, fährt man fast eine komplette Runde, weshalb die erste gezeitete Runde auch gleichzeitig die erste fliegende ist. Nun, lange Rede kurzer Sinn, Hermunen nutzte genau diese erste fliegende Runde um sich ein sattes Polster von etwa einer Sekunde auf die Konkurrenz heraus zu fahren. Kehrte danach wieder selig in die Box ein und wartete ab. Runde um Runde wurde der Rest der Truppe schneller und schließlich, als Bernd Hiemer die unterboten hatte, machte der Hermunator sich wieder auf den Weg. BANG, wieder fast eine Sekunde flotter und in der anschließenden noch eine Schippe drauf gepackt. Kein Herankommen für Hiemer, Class und Künzel.
Rennen eins der S1 DM
In den Rennen am Sonntag sah das alles dann ganz ähnlich aus. Hermunen preschte vorne weg, gefolgt von Hiemer, der sich beim Start gegen Class zur Wehr setzen musste. Doch Hiemer verbremste sich und fiel schon in der ersten Runde hinter Class und Künzel zurück. Der geneigte Supermoto Fan fragt sich nun sicherlich seit wann es möglich ist, dass Hiemer sich verbremst? Der Doppelweltmeister hat die Erklärung parat: „Ich hatte Probleme mit der Bremspumpe und musste während des Rennens öfters nachstellen. Meine Bremspunkte einzuhalten war daher fast unmöglich. Das fing schon in der Einführungsrunde an und wurde immer schlimmer. Zum Schluss hatte ich die Bremse komplett zudrehen müssen.“ Während Hermunen vorne immer weiter ausriss, hatte Class jetzt Künzel und Hiemer im Nacken. Künzel bot Class keinen sonderlich guten Puffer, denn er gab den Druck den Hiemer von Rang vier machte ungedämpft weiter und schob Class rundenlang über den Platz. Selbst als Hiemer nach erneutem Bremsdilemma zwischen Becher und Vorlicek wieder auf die Bahn kam, minderte der Rekordmeister nicht das Tempo und heizte Class gehörig ein. „Ich war zwar verdammt nah dran am Class, aber es hat nicht zum überholen gereicht. Dazu war der Bursche dann doch zu schnell.“ So endete das erste Rennen dann auch. Hermunen legte weniger Kohlen auf und ließ den Abstand konstant, Class verteidigte Rang zwei vor Künzel und Hiemer nahm sich von Becher noch den vierten Platz zurück.
Lauf 1: 1. Mauno Hermunen (FIN/Husqvarna), 2. Markus Class (D/Suzuki), 3. Jürgen Künzel (D/Aprilia), 4. Bernd Hiemer (D/KTM), 5. Julian Becher (D/Kawasaki)
Video zum ersten Lauf der S1 DM auf dem Erzgebirgsring
Rennen zwei der S1 DM
Zum Start des zweiten Rennens hatte Hiemer neues Bremswerkzeug angebaut und wollte es nun wissen. Doch beim Start war Class den entscheidenden Tick schneller, setzte sich kurzzeitig vor Hiemer, musste seine zweite Position allerdings beim Weg in den frisch gewässerten Offroad wieder an Bernd abtreten. Noch in der selben Runde huschte auch Künzel vorbei und klinkte sich an Hiemers Heck ein. Hermunen, der wieder mal an der Spitze rumfuhr, zeigte sich von seinen Verfolgern beeindruckt und heizte seiner Husqvarna gehörig ein. „Im zweiten Rennen musste ich noch schneller fahren, weil ich Hiemer hinter mir hatte. Aber nach ein paar seeeehr schnellen Runden hatte ich den Abstand den ich brauchte.“ Diesen Abstand hielt er bis zum Schluss und siegte erneut. Künzel ließ sich von Hiemer ein Weilchen mitziehen, sparte dann aber besonnen ein wenig Pulver ein. „Ich konnte lange mit Bernd Schritt halten und das Motorrad hat im zweiten Lauf perfekt gepasst. Aber ich hatte dann so viel Abstand zu Class und Bernd vor mir, den ich hier niemals hätte überholen können, da hab ich dann ein paar Prozent runter geschraubt.“ Vierter Platz für Class, der es dieses Mal zwar nicht aufs Podest schaffte, sich aber ähnlich wie Künzel äußerte. „Das zweite Rennen war absolut ok für mich. Als Künzel außer Reichweite war und ich genügend Platz auf Vorlicek hatte, da hab ich einfach ein wenig ruhiger gemacht.“ Eine Einsicht, die man von Class so nicht kennt. Diese Erkenntnis wird ihm in Zukunft so manches Pünktchen sichern, was den Suzuki Piloten um so gefährlicher macht.
Lauf 2: 1. Mauno Hermunen (FIN/Husqvarna), 2. Bernd Hiemer (D/KTM), 3. Jürgen Künzel (D/Aprilia), 4. Markus Class (D/Suzuki), 5. Petr Vorlicek (CZ/Suzuki)
Video zum zweiten Lauf der S1 DM auf dem Erzgebirgsring
S1 Meisterschaftsstand nach 6 von 14 Rennen:
- Mauno Hermunen (#131) / Husqvarna - 150 Punkte
- Jürgen Künzel (#74) / Aprilia - 118 Punkte
- Bernd Hiemer (#12) / KTM - 115 Punkte
- Petr Vorlicek (#2) / Suzuki - 105 Punkte
- Markus Class (#111) / Suzuki - 103 Punkte
- Markus Volz (#3) / KTM - 92 Punkte
- Julian Becher (#98) / Kawasaki - 84 Punkte
- Marcel Götz (#54) / Kawasaki - 72 Punkte
- Harry Näpflin (#9) / Kawasaki - 59 Punkte
- Asseri Kingelin (#11) / Honda - 57 Punkte
S2 DM - Lichtenberg
Im ersten Training glänzte der amtierende Meister in zweierlei Hinsicht. Zum einen fuhr er die schnellste Zeit und zum anderen strahlte seine neue Lederkombi blau vor sich hin. Die Zeiten in Freien Trainings haben wenig Aussagekraft, doch es sei erwähnt, dass Tabellenführer Herrmann im zweiten die schnellste Zeit fuhr. Bis dahin unentschieden. Im Zeittraining boten die beiden einen erbitterten Kampf gegen die Uhr, bei dem Herrmann seine Husqvarna 0,041 Sekunden fixer um den Parcours trieb als Jasinski die Husaberg. Für Startplatz drei nagelte Jan Deitenbach die passende Zeit und reiht sich somit wohl endgültig in die Riege der Üblichen Verdächtigen der S2 DM ein. Sein Teamchef Dirk Spaniol durfte seine Suzuki neben Deitenbach an den Start rollen.
Rennen eins der S2 DM
Herrmann setzte seine Ausgangsposition erstklassig um und wie eine Perlenkette schnurrte die restliche S2 hinter ihm her. Jasinski, Spaniol, Wolf, Joannidis, Deitenbach, Mikkelsen und Wagner würden um die Top-Fünf fahren. Schon in der ersten Runde machte Wolfs Aprilia Zicken und zwang ihn das Feld zu räumen. Wolf kam zwar später wieder, um als Überrundeter sein Glück zu versuchen, doch nach einem Sturz entschied er sich endgültig das Fahrerlager aufzusuchen. Indes machten beide Suzukis auf sich aufmerksam. Deitenbach beförderte seine gelbe 480er zwei mal ins Aus, kam als 15ter wieder ins Rennen und kämpfte sich auf eine hervorragende Position sechs vor. Spaniol schickte seine Suzuki zwar nicht zu Boden, hatte allerdings mit einem Plattfuß am Hinterrad zu kämpfen. Dieser spülte ihn von der dritten auf die 15te und somit letzte Position zurück. An der Spitze des Feldes fuhr der D-Zug aus Herrmann und Jasinski. Die beiden ließen bis zum Schluss keine Müdigkeit aufkommen und fuhren mit sechs Zehntel Abstand über die Ziellinie. Nico Joannidis, seines Zeichens Dritter in diesem Rennen, knallten sie dabei einen Abstand von 22 Sekunden vor den Latz. Andreas Mikkelsen folgte fünf Sekunden Später und Michi Wagner konnte ohne große Bedrängnis auf Rang fünf reinrollen. Jasinski meinte nach dem Rennen: „Ich war dran, klar! Aber überholen war einfach nicht drin. Wenn der Michi einen Fehler gemacht hätte, dann vielleicht. Dem Nico hab ich bei der Siegerehrung erst mal gesagt, dass er sich das Sektspritzen verkneifen soll. Schließlich ist meine Kombi krachneu!
Lauf 1: 1. Michael Herrmann (D/Husqvarna), 2. Jochen Jasinski (D/Husaberg), 3. Nico Joannidis (D/Husaberg), 4. Andreas Mikkelsen (DK/Husqvarna), 5. Michael Wagner (D/Honda)
Video zum ersten Lauf der S2 DM auf dem Erzgebirgsring
Rennen zwei der S2 DM
Lauf 2: 1. Michael Herrmann (D/Husqvarna), 2. Jochen Jasinski (D/Husaberg), 3. Lukas Wolf (D/Aprilia) 4. Jan Deitenbach (D/Suzuki), 5. Dirk Spaniol (D/Suzuki)
Video zum zweiten Lauf der S2 DM auf dem Erzgebirgsring
S2 Meisterschaftsstand nach 6 von 14 Rennen:
- Michael Herrmann (#5) / Husqvarna - 147 Punkte
- Jochen Jasinski (13) / Husaberg - 113 Punkte
- Dirk Spaniol (#17) / Suzuki - 105 Punkte
- Nico Joannidis (#116) / Husaberg - 99 Punkte
- Michael Wagner (#3) / Honda - 90 Punkte
- Jan Deitenbach (#44) / Suzuki - 72 Punkte
- Andreas Mikkelsen (#24) / Husqvarna - 72 Punkte
- Fabian Riedl (#30) / Suzuki - 63 Punkte
- Lukas Wolf (#155) / Aprilia - 58 Punkte
- Morten Hagemann (#34) / Husqvarna - 57 Punkte
Die kompletten Ergebnisse gibt es unter www.sportserviceschleswig.de zu sehen.
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