09_smo_pokal_logoBei schwüler Hitze traten beide Pokalklassen, der Ü40-Cup, Open und Amateure an, um den Asphalt des Erzgebrigsring für dieses Jahr unter die Räder zu nehmen. Wie schon im Jahr zuvor musste man zwar auf die geteerte Hügellandschaft der Bahn verzichten, fand aber eine ansonsten hervorragend präparierte Piste vor. Besonders zufriedenstellend verlief dieses Wochenende wohl für André Plogmann, Jan Deitenbach und Niko Haubensack. Weshalb sich Uwe Lenk freute, berichten wir demächst.

C1-Klasse

20090801_2301_queensIn der C1 vollzogen die Frontmänner eine Art Materialschlacht. Im freien Training opferte Buchner den Motor seiner Suzuki, wobei durch das neu gehauene Loch zur Gehäusebelüftung einiges an Motoröl auf den schicken Asphalt der Bahn floss. Somit musste der Supermoto Style Factory Pilot auf das schwächere Regenmotorrad zurückgreifen. Ob er mit voller Bewaffnung näher an die beiden Spitzenreiter herangekommen wäre bleibt allerdings fraglich. Plogmann und Köckritz waren die Kings auf dieser Bahn. Köcke ist auf dem Erzgebirgsring ein Routine und Plogmann prügelte sich mit seinem vieräugigen Kollegen während unzähliger Trainingsrunden am Freitag. Im Zeittraining war Plogmann gegen Ende vorne und Köckritz ereilte ein ähnliches Pech wie zuvor Marc Buchner. Einziger Unterschied, dass das Motorgehäuse der Husqvarna heil blieb. Somit fiel Kontern mit letzter Konsequenz aus. Der Däne Martin Hansen schnappte sich Platz drei vor Buchner. In der zweiten Startreihe lauerten die ganz jungen Burschen. Gordon Erler, mit einer 250er bewaffnet, startete von Rang fünf, vor Jan Flockerzie, Marco Preis und Max Nölte.

Im ersten Rennen sorgte schon die erste Runde für helle Aufregung. Das Feld rauschte von Plogmann und Köckritz angeführt dahin und der auf drei liegende Hansen verlor am Ende des letzten Table die Kontrolle über seine Husqvarna. Dieses Missgeschick empfand Erler als äußerst Mitreißend, da Hansens Maschine ihm stumpf vors Vorderrad schlug. Nach diesem Ereignis rissen Plogmann und Köckritz alle Aufmerksamkeit an sich. In der dritten Runde überholte Köckritz den Tabellenführer, fuhr dann aber schneller als sein Schutzengel, reihte sich nach Rutscher wieder hinter Plogmann, um danach dessen Patzer für sich zu nutzen. Nun war Plogmann wieder an der Reihe, doch in Lichtenberg kein leichtes Unterfangen. In der Steilkurve des Offroad (der staubige ist gemeint) versuchte es Plogmann innen, bekam das Vorderrad nicht früh genug unter Kontrolle und rauschte in Köckes Husquvarna - BLOCKPASS war das Zauberwort. Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten unmittelbar nach dem Rennen und einem Entschuldigungsversuch durch Plogmann renkten sich die Gemüter allerdings wieder ein und nach Rennen zwei war alles wieder gut. Einzig die zerdellten Krümmer sollen Köckritz zukünftig noch an diesen Moment erinnern. Plogmann und Köckritz an der Spitze und Buchner kam mit über 20 Sekunden Vorsprung auf den Vierten ins Ziel. Den vierten Platz hatte sich Jan Flockerzie in mühsamer Arbeit gegen den alten Herrn Rausch erkämpft.

20090802_3929_queensIm zweiten Rennen ging es an der Spitze wesentlich gesitteter zu. Plogmann und Köckritz spulten in gewissem Abstand ihre Runden ab, Buchner schaute den beiden aus gewisser Distanz zu und fertig war das Rennen. Richtig spannend verlief das Rennen im Kampf um Platz vier und sechs. Gordon Erler lag mit der 250er Suzuki vor Hansen, der irgendwann seine Motorleistung spielen ließ und zumindest für ein Weilchen vor Erler stoßen konnte. Doch der Sachse, behielt den Biss und riss den Zweikampf kurz vor Schluss wieder auf seine Seite. Den sechsten Platz hinter Hansen sicherte sich Marco Preis, doch sicher konnte er sich erst fühlen, als sein Vorderrad tatsächlich vor dem von Jan Flockerzie die Linie überquerte. Der quengelte und drängelte nämlich bis zur letzten Runde im Heck von Prehns Husqvarna.

 

C2-Klasse

20090802_3543_queensDas Zeittraining verlief schon denkbar knapp zwischen Ebert und Kopp. Koppi lag mit seiner Zeit nur 0,16 Sekunden hinter der RE-Racing Husqvarna, doch Ebert konnte sogar in beiden Rennen seine Pole umsetzen. Im ersten Rennen packte den Haudegen jedoch die Fallsucht. Er lag in Führung, passierte den Offroad und zeigte in der ersten langen Linkskurve hinterm Gelände dem Krankenwagen-Personal wie schleiffest sein Motorrad doch sei. Nachdem er diesen Beweis erbracht hatte, reihte er sich als Achter wieder ein, zog bis auf Rang vier vor, um sich dann im Offroad hinzupacken - wieder Achter. Vom Ehrgeiz angekurbelt wurde Ebert dann aber immerhin noch Fünfter. Während dessen zogen Florian Kopp und Andreas Huber an der Spitze einsam ihre Runden. Auf Rang drei war der Überflieger aus dem Großenhainer Amateurfinale unterwegs. André Prehn hatte zwar elf Sekunden Abstand auf Huber, doch auch nach hinten ausreichend Luft. Dort weilte der S2-Pilot Peter Stang, der den Ausflug in seine Ex-Klasse wagte um Vierter zu werden.

Im zweiten Lauf zeigte sich Ebert eindeutig sattelfester. Er zog vorne weg, hielt Kopp auf verträglicher Distanz und siegte. Bevor es aufs Treppchen ging kommentierte er sein erstes Rennen mit den ernsten Worten: „Ich wollte den jungen mal ne Chance geben.“ Huber segelte als Dritter über die Linie, gefolgt von Peter Stang (außer Wertung), Eike Moes und Tim Crhak. André Prehn, der erneut lange hinter Huber unterwegs war, schied im letzten Drittel des Rennens bei der Anfahrt zum Offroad aus der Spitzengruppe aus.

 

Open

20090801_0700_queensJan Deitenbach, Plogmanns vieräugiger Sparringspartner, hatte das Zeittraining der Open Klasse fest im Griff. Knapp unter einer Sekunde lag sein Abstand zum Zweitplatzierten Michi Wagner, der dicht gefolgt von Jo Bauer und Toni Krettek neben Deitenbach in der ersten Reihe stehen durfte.

Selbst wenn es um Punkte gegangen wäre, hätte niemand Jan Deitenbach einfangen können. Nach einigen Runden der Führung schraubte der Suzuki Pilot sein Tempo sichtbar zurück und gewann mit sieben Sekunden Vorsprung auf Michi Wagner. Jo Bauer hatte zuerst Andreas Mikkelsen im Genick, gefolgt von Toni Krettek und dem zweiten Dänen, nämlich Jonas Mikkelsen. Krettek machte Druck auf Andreas Mikkelsen und der patzte dann nach der halben Distanz des Rennens. Nun lag Bauer vor dem Brandenburger, doch der DMSB Junior fand keine nutzbare Lücke. Zu allem Überfluss bremste Toni ausgangs Offroad seine Suzuki aus und fiel hinter die beiden Mikkelsen Brüder zurück auf Platz sechs.

Im zweiten Rennen kam Wagner einen Tick schneller aus den Startlöchern und konnte sich von da an nur noch wehren. Deitenbach hing im in jeder Ecke am Hinterrad, zeigte sich, aber ging bei einem Showrennen dieser Art kein Risiko. Um Rang drei verhielt es sich gleichermaßen. Andreas Mikkelsen und Toni Krettek waren im direkten Gefolge der beiden Führenden, ließen die Schwerter jedoch stecken. Jonas Mikkelsen wurde Fünfter. Jo Bauer kam nach einem Missgeschick als Letzter aus der ersten Runde über die Schleife der Zeitnahme gefahren und fand einige Runden Später einen Spielgefährten. Marco Bauerschmidt und Jo Bauer boten einen fairen und zugleich packenden Zweikampf, bei zwei Fragen im Raum standen. Wann und wo würde Bauer an Bauerschmidt vorbei gehen. Die Antworten: In der 12ten Runde - er beschleunigte Bauerschmidt vor der Fahrerlagerkurve aus.

 

Amateure

20090802_2594_queensBei den Amateuren knallte Niko Haubensack dem Rest der Mannschaft ordentlich vor den selbigen. Er holte sich die Poleposition und gewann beide Rennen. Im Zeittraining war Mats Heidler auf Tuchfühlung mit Niko und konnte das auch im ersten Amateurrennen entsprechend umsetzen in dem er Zweiter wurde. Doch nach Pech im zweiten Lauf blieb ihm dort nur der sechste Rang. Die drittbeste Trainingszeit lieferte Frank Hauser ab, gefolgt von Mad Mäxla Sprössling Kevn Geiger. Hauser hatte dann im ersten Rennen aber gegen Geiger keine Chance. Der fuhr wie entfesselt und zog nach dem gelungenem Überholmanöver gegen Hauser mit langen Schritten auf das Führungsduo Haubensack-Heidler zu. Doch die Runden reichten nicht mehr aus und Geiger wurde Dritter. Amir Brajan kam nach schlechter Startphase nur langsam an den Gegnern vorbei und scheiterte dann an Ralf Eisenschmidt. Rang fünf und sechs für die beiden im ersten Rennen. Haubensacks Führung war im zweiten Rennen zwar deutlicher, doch das störte niemanden. Er fungierte als Indikator, besser gesagt als Vorbote. Wenn er auftauchte, dann war die Kampftruppe nicht mehr weit. Denn um Rang zwei ging es richtig zur Sache. Maximilian Herrmann, mit einer 250er Suzuki unterwegs, konnte an den entscheidenden Stellen der Strecke einfach schneller fahren als seine PS gesegneten Verfolger. Amir Brajan, Ralf Eisenschmidt Frank Hauser, Mats Heidler und Kevin Geiger fuhren im Gefolge des Burschen und es ging dabei wahrlich eng zu.

 

Der Bericht zum Ü40-Cup wird nachgereicht, genau wie Bilder und die kompletten Ergebnislisten.