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07. April 2010
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Straßensport Sonstiges
Zwei MotoMonster Teams im Pech und ein allgemeiner Blick auf das Renngeschehen
Gleich zwei Teams standen in Hockenheim unter dem Pseudonym MotoMonster in den Listen, und bei beiden lief es am Wochenende alles andere als gut. Das Team MSF Sauerland - MotoMonster, bei dem Dierk Mester, Thorsten Junker und Michael Droste am Kabel ziehen, hatte mit schwersten Vorbereitungen zu kämpfen. Eine Woche zuvor, beim Speer Training in Hockenheim, brach sich Mester das Schlüsselbein und Droste parkte das Einsatzgerät etwas unsanft in den Reifenstapeln, woraufhin das Vorderrad schmollte und der Gabel die Freundschaft kündigte. Man kann von einer theatralischen Trennung der beiden sprechen. Michael überstand den Abflug unversehrt, reiste umgehend nach Hause um sich dem Wiederaufbau des Schrotthaufens zu widmen. Dank der Unterstützung von Manni Groebert vom Motorradshop Bergkamen und den Kumpels Klausi und Leo, wurde die Suzuki einmal komplett neu aufgebaut und stand fast wie neu im Hof. Bei dem Unfall hatte aber die Wegfahrsperre einen Hau abbekommen, Manni war schon unterwegs zum IDM-Training am Lausitzring und dem Motor wurde von der Sperre das Zünden verwehrt. Das endgültige Aus für dieses Team. Droste nahm kurzerhand in einem anderen Team an den 1000 Kilometern teil, wurde aber auch dort von der Technik bestraft.
Die anderen beiden, Mattias von Hammerstein (snoopy) und Frank Röder (Dinner), die würden es reißen - ganz sicher! Dinners 750er ist krachneu, die Jungs kennen die Bahn wie ihre Westentasche, da sollte doch was gehen. Ja, SOLLTE! Doch schon bei der Dauerprüfung kam das Aus. Dinner fuhr den ersten Tank leer, dann war snoopy dran. Der Recke war pfeilschnell unterwegs und alles sah gut aus, bis die Wartezeit an der Boxenmauer auf einmal unerträglich lang wurde. Dinner dachte schon er habe snoopy vor lauter Duseligkeit verpasst, doch der Student kam und kam nicht. Technischer Defekt lautete die Nachricht. Nach einer Reparatur schnurrte das Aggregat wieder, aber es fehlte an Leistung und die beiden mussten aufgeben.
Dabei hatte doch alles so gut angefangen. "Als Reifen hatten wir von Dunlop den GP Racer in Endurance Variante montiert und die Dinger hatten richtig geilen Grip. Das Moped lief fantastisch und snoopies WG-Kollege Nico machte seinen Job als Mechaniker echt Klasse. Wir waren rundum glücklich und dann... dann platzt uns eine Schlauchschelle weg und Mattias muss das Teil zurück schieben. Schnell reparieren und wieder raus um festzustellen, dass wir keine Leistung mehr haben." Teamchef Frank Röder sah das Wochenende aber dennoch sehr positiv: "Gut, erst wollte ich wieder einmal alles an den Nagel hängen und ein für alle mal aufhören, aber dann fiel mir auf, dass doch trotzdem alles irgendwie schön ist. Auch wenn es mal nicht so klappt."
Hier aber der allgemeine Blick auf die Veranstaltung
Zum zweiten Mal in Folge konnten Hans Ellmaurer und Thilo Häfele die 1000km von Hockenheim gewinnen. 2009 noch auf einer Suzuki GSX-R 750 in Klasse 2 am Start, konnten die beiden erfahrenen Seriensport-Rennfahrer in der Klasse 1 (4-Zylinder bis 1000ccm) auf der neuen BMW S1000RR für das Team "ADAC Nordbaden/Team Motobike" den Sieg einfahren. Die spektakulärste Show samt schnellster Rundenzeit (1:47,66) des gesamten Events bot der Schweizer Lorenz Sennhauser mit seinem verwegenen Fahrstil. Genutzt hat es dem sympathischen Schweizer und seinem Teamkollegen Dirk Walter (Team Walter Racing) leider nicht viel, denn durch 120 Strafsekunden wegen Nichteinhaltung der Gesamtfahrzeit für die Dauerprüfung, wurden die Schnellsten im Sprintrennen dann "nur" auf Platz 12 gewertet.
Den Sieg in Klasse 2 (4-Zylinder bis 750ccm) holten der erfahrene Dirk Schnieders und sein Teamkollege Peter Doft, nachdem einige hoch gewettete Teams vorzeitig aufgeben mussten. Das Team Exner/Schiffler scheiterte wegen Sturz und wie eingangs erwähnt, hatten der Ex-IDM-Pilot Mattias von Hammerstein und Frank Röder mit technischen Defekten zu kämpfen.
In Klasse 3 (600er Supersport) belegten Kevin Schmitt und Tim Baral für das Team Schmitt-Motorradsport den ersten Platz und konnten die Zuschauer ebenfalls mit sehr spektakulärem Fahrstil begeistern, die am Ostersamstag zahlreich zum Badischen Hockenheimring pilgerten.
Einen packenden Zweikampf um den Sieg zeigten in Klasse 4 (2-Zylinder) Martin Kratzer (Buel Racing Bonn) und Frank Spenner (T5net Speed Team). Ein Raunen ging durchs Publikum, als sich die Buell 1125 R ein ums andere Mal vor oder nach der Sachskurve an der Triumph Speed Triple 1050 vorbeipresste. Letztendlich konnte Julius Ilmberger den Sack zu machen und das Rennen zugunsten des Team Buell Racing Bonn entscheiden, während Jens Hebisch in der letzten Rennrunde die Speed Triple mit leerem Tank von der Strecke schieben musste.
In der Open-Klasse 5 schafften Andi Schäfer und Markus Heitz den Sprung auf die oberste Stufe des Siegerpodest und fuhren auf ihrer Yamaha R1 mit 1:48.01 die zweitschnellste Rundenzeit des Tages auf dem 4,57 km langen Grand Prix Kurs.
Tausende Besucher der legendären Veranstaltung, welche zum 35. Mal in Folge stattfand, bekamen bei weitgehend trockenem Wetter packenden Motorsport, Dramatik und spektakuläre Szenen wie brennende Motorräder oder ellenbogenschleifende Schweizer zu sehen. Dem ADAC Hessen-Thüringen ist eine insgesamt tolle Veranstaltung gelungen.
Bild: Rolf Thieme - www.rt-sportfotografie.de
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