Der „Reitwagen“ schickt zwei BMW in die Superbike-WM

Die Superbike-Weltmeisterschaft hat sich in den letzten Jahren zu einer Serie entwickelt, die es durchaus mit der Königsklasse im motorgetriebenen Zweiradsport, der MotoGP, aufnehmen kann. Die Rennen, die die Fahrer den Zuschauern liefern, sind an Spannung kaum mehr zu überbieten.

2010 werden wir in der Superbike-WM auch die österreichischen Nationalfarben sehen, denn ein Team aus der Alpenrepublik schickt sich an, den Kampf um die WM-Punkte aufzunehmen. Die verrückten Hunde des Szene-Fachblatts „Reitwagen“ dürfen da natürlich nicht fehlen. Das private Team "Reitwagen BMW" wird mit zwei neuen BMW S1000RR am Start sein - und einem illustren Fahrerduett: Der zweimalige Supersport-Weltmeister Andrew Pitt aus Australien ist die Nummer 1 im Team, aber sein Teamkollege Roland Resch aus Pressbaum in Niederösterreich wird sicherlich alles geben, um im Windschatten des Aussies zu folgen und möglichst viele WM-Punkte zu holen. Resch, der aus der Supermoto-Szene kommt, hat im Vorjahr die Superbike-WM auf einer Suzuki bestritten. Sein erklärtes Ziel ist der Weltmeistertitel 2012. Wir ziehen den Hut vor dieser Einstellung! Bescheidenheit ist gut für Schachspieler, aber nicht für Rennfahrer...

Erste Testfahrten in Australien erfolgreich

Bei den Tests in Eastern Creek und den offiziellen Testfahrten auf der WM-Strecke in Phillip Island lief es für das Team, das die ersten ernsthaften Runden mit dem neuen Bike drehte, vielversprechend. Pitt und Resch fanden sich zwar nur im hinteren Drittel des Feldes wieder, waren aber nur rund eine Sekunde langsamer als die BMW-Werksfahrer Troy Corser und Ruben Xaus, und Resch verlor nur zwei Zehntelsekunden auf seinen Teamkollegen. Eine gute Ausgangsposition für das erste Saisonrennen, das am kommenden Wochenende in Phillip Island stattfindet. Die Rennen werden auf Eurosport bzw. Eurosport 2 übertragen. Wir drücken dem Team „Reitwagen BMW“ die Daumen!

Max Neukirchner wechselt zu Honda

Die Saison 2009 war für Max Neukirchner ein herber Rückschlag. Durch zwei Verletzungen konnte der sympathische Sachse nur das erste Drittel des Jahres bestreiten.

09_max_neukirchnerAus unerklärlichen Gründen war Max plötzlich auch bei Alstare Suzuki nicht mehr erwünscht. Plötzlich musste sich Neukirchner nach drei erfolgreichen Jahren auf einer Suzuki GSX-R 1000 ein neues Team suchen.

Glücklicherweise schätzen andere Teams die Fähigkeiten Neukirchners höher ein und er konnte nach kurzer Hängepartie schon das Happy End verkünden. Schon nach dem letzten Saisonrennen in wenigen Tagen im portugiesischen Portimao steigt Max auf eine Honda Fireblade des Ten Kate-Teams. 2010 wird er für die niederländische Mannschaft an den Start gehen. Nachdem er bereits viele Jahre seiner Karriere auf den Maschinen mit dem Flügel verbracht hat, kehrt er quasi nach hause zurück. Auch die Fitness ist kein Problem mehr. Ein Arzt  der FIM Medical Commission hat ihm volle Gesundheit attestiert.

Max Neukirchner zu seiner Situation: "Ich bin erleichtert, dass es jetzt Klarheit über meine Zukunft gibt. Ich fühle mich körperlich sehr gut und freue mich auf die neue Herausforderung. Ten Kate ist ein sehr erfahrenes Team und hat mit dem Motorrad ein sehr starkes Paket, wie Jonathan Rea dieses Jahr mehrfach bewiesen hat. Ich freue mich sehr, ein Teil des Teams zu werden und danke Honda für ihr Vertrauen in mich. Hiermit bedanke ich mich auch bei Alstare Suzuki für die tolle Unterstützung in der Vergangenheit und wünsche dem gesamten Team für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg."

Motomonster drück Max die Daumen, dass er 2010 wieder um Siege kämpfen kann und zu alter Stärke zurück findet.

Ben Spies übernimmt die Tabellenführung

Ben Spies entriss Haga die Tabellenführung und schaute Rea beim Siegen zu.

20090906_2215_queensNoriyuki Haga zeigte am vergangenen Wochenende eine überaus konstante Leistung, jedoch mit einem Manko - es haperte beim Abschluss. Die Superpole hatte der Japaner auf der Xerox Ducati souverän anfahren können, weshalb er sich vor den beiden Fireblades von Jonathan Rea und Leon Haslam auf der Pole breit machte, ehe sein Teamkollege Michel Fabrizio das Frontline-Sandwich komplettierte. Die Pole Position half Haga sicher einen guten Start ins Rennen zu erhaschen, doch das ist bekanntlich erst die halbe Miete.

Das erste Rennen musste leider zweimal gestartet werden, da es unmittelbar nach dem ersten Anlauf arg schepperte. John Hopkins und Makoto Tamada mussten danach mit dem Befund auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nachdem alle Teams neue Reifen gefasst hatten kam es zum Neustart, den Haga vor Rea, Spies und Troy Corser gewann. Das Bündel beschnupperte sich eine Weile, bis Spies den Briten auf der Hannspree Honda aufschnupfte, um seine Yamaha anschließend im Heck von Haga zu präsentieren. Die beiden setzen sich nach und nach von Rea und Corser ab, wobei letzterer sich wenig später von Carlos Checa und ...