Das Rahmenprogramm der DM war satt gespickt. Seien es die beiden Pokalklassen, der Nachwuchs aus der S3, oder die Anhängsel Ü40-Cup und Amateure. Sie konnten alle mit ansehnlichen und spannenden Rennen begeistern und vertraten das Thema Breitensport zu dieser Veranstaltung. Die Amateurklasse war voll und dass schreibe ich ohne jede Zweideutigkeit darin verbergen zu wollen. Wer dort nicht mehr aufgenommen wurde, dem bot der Ü40-Cup ein dankbares Auffangbecken. Bei den Pokalklassen gab es seitens langjähriger Supermoto Fachleute bereits vor der Veranstaltung Bedenken. Die Regeln zur Anmeldung schreiben vor, dass maximal 36 Fahrer eine zum Punkten berechtigende Einschreibung erfahren. Ausgemacht wurden diese 36 am Zeitpunkt ihrer Einschreibung.

Da hatten einige, zumindest was die C2 angeht, einfach Pech. Denn wer ernsthaft an einer Meisterschaft teilnehmen möchte, der beeilt sich in der Regel mit der Einschreibung. Eine nachvollziehbare These. Doch auch diejenigen, welche nicht ganz so ernsthaft das Punkten in Augenschein nehmen, melden sich frühzeitig an. Alleine schon um sich zu Rennen ihrer Wahl nicht mehr um einen Startplatz sorgen zu müssen und ganz sicher gehen zu können, dass sie dann dort als eingeschriebener Fahrer teilnehmen dürfen. Die Gefahr welche sich in dieser Administration verbirgt liegt darin, dass ein erfahrungsgemäß ohnehin im Laufe der Saison zart schrumpfendes Fahrerfeld an punktberechtigten Teilnehmern kränkelt, reisescheue die letzten Veranstaltungen auch nicht besuchen, Gäste irgendwann die Nase voll haben um die goldene Ananas zu fahren und ein potentiell fast volles Feld zum Schluss unter 30 Teilnehmer absinkt. Diese Annahme hat allerdings auch etwas Gutes. Sie bewahrt herausragende Fahrer der Amateurklasse davor, dass sie nach zweimaligem Erfolg bei Amateurrennen in die Situation geraten keine Fahrmöglichkeit mehr zu haben. Würde ein Pilot auf einer C2-tauglichen Maschine, nach zwei Veranstaltungen in den Top-Zwei der Amateure stets eine volle C2 vorfinden, dann wäre seine Saison nämlich gelaufen. Mit einer Qualifikationsregelung hätte man so manches Problem was diese Regelung mit sich bringt umschiffen können.
Doch die Regelung steht und kann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Doch genug der trockenen Theorie, wer waren die Helden des Rahmenprogramms?

 

C1

20100424_queens_1825Der erste Startversuch in die 2010er Saison der C1 ging völlig in die Hose. Massencrash der Favoriten, schon nach wenigen Meter, ehe es links ums Eck ging. Zum zweiten Anlauf stellte sich Kevin Würterle mit einem nicht abgenommenen Ersatzfahrzeug auf seine Pole Position und reihte Alexander Köckritz, Steffen Schmid und Alexander Büttner neben sich. Eine Entscheidung welche der S3-Meister doppelt büßen sollte. Erstens war die Ersatz-KTM augenscheinlich wesentlich schwachbrüstiger als das eigentliche Einsatzgerät und zum zweiten wurde ihm der geerntete sechste Platz nicht einmal in Punkte umgetauscht, da er rückwirkend disqualifiziert wurde. Dazu kam noch als Strafe, dass er beim zweiten C1 Rennen seinen Startplatz räumen musste um sich von Position sechs ausgehend durchzubeißen.

Alexander Köckritz nutzte die Gunst der Stunde, überholte den anfänglich führenden Steffen Schmid im Offroad und siegte. Der Däne Martin Hansen wehrte sich im Kampf um Platz drei lange gegen Alexander Büttner, doch der rückte das Ergebnis, ebenfalls im Offroad, zu seinen Gunsten um. Indes hatte sich Thomas Deistler an Würterle schon fast die Zähne ausgebissen und schaffte es auf den letzten Metern noch vorbei. Von der Unnötigkeit dieser Anstrengung wusste Deistler zu diesem Zeitpunkt ja noch nichts, weil die Disqualifikation erst nach dem Rennen ausgesprochen wurde.

20100425_queens_0437Das zweite Rennen ließ sich Kevin Würterle dann aber nicht auch noch durch die Lappen gehen. Von sechs gestartet spurtete er auf Anhieb hinter Köckritz in Position zwei und machte beim ersten Flug entlang der Start-Ziel deutlich, wer mit mehr Speed das Eck andriftet. Würterle gewann mit komfortablem Abstand zu Köckritz, Dritter wurde Schmid, nachdem er Büttner auf der Gegengeraden bezwungen hatte und Hansen belegte Rang fünf.

 

 

 

 

C2

20100425_queens_0200Nach dem ersten Rennen der C2 Klasse waren die Ansagen im Fahrerlager deutlich zu vernehmen: Gelbe-Schwarze Husabergs stehen den Husqvarnas in der Regel bloß im Weg rum, erweisen sich aber dennoch als schwer zu überholende Hindernisse und Andre Prehn würde im zweiten Rennen sein blaues Wunder erleben. So hörte man es aus zwei einfachen Tatsachen des ersten Rennens begründet. Ralf Ebert war erst in der allerletzten Runde an Markus Rutz vorbei gekommen, während Andre Prehn an der Spitze des Feldes seinen Spaß hatte.

Doch der Reihe nach: Tommy Brand (Gaststarter) und Markus Rutz (Gaststarter) lagen zu Beginn der ersten Runde vorne. Brandt verabschiedete sich mit einem eindrucksvollen Hüpfer neben den ersten Sprung aus der Führungsposition und überließ Rutz das Feld. In der dritten Runde schnappte sich dann Prehn die Führung und konnte ein wenig ausreißen. Seit diesem Moment hing Ebert der Berg von Rutzl im Auspuff, lief immer wieder auf, und musste dann mit ansehen, dass der rasende Kameramann wie von einem Katapult abgefeuert aus den Ecken heraus schoss. Frei nach dem Motto „Hubraum statt Spoiler!". Beim letzten Gang durchs Gelände versuchte es Ebert dann mit List und Tücke. Was schon in der Steinzeit zum Erlegen größerer Beutetiere beigetragen hat. Rutz wurde Dritter, gefolgt von Tommy Brandt und Gordon Erler.

20100425_queens_0243Im zweiten Rennen war Brandt wieder am ehesten ums erste Eck gebogen und manövrierte die Aprilia dieses Mal anstandslos durch den Offroad. Prehn hatte indes heitere Wechselspielchen mit Rutz zu bewältigen. Über Runden hinweg naschte der ihn entlang der Start-Ziel auf, um sich dann wieder im Offroad überholen zu lassen. Nach einigen Runden glätteten sich die Wogen und Prehn pirschte sich an Brandt heran um in Runde sieben die Führung zu übernehmen. Brandt hielt seine zweite Position und Ebert konnte Rutz bei diesem Rennen den dritten Rang nicht mehr abzocken. Frank Hengst hielt Position fünf gegen Rik Zulka.

 

 

 

S3-Youngster

20100425_queens_1921Ein starkes Feld mit kernigen Rennen. Manuel Hagleitner gewann hier das erste Rennen vor Milan Sitniansky und Maximilian Niewiadomski. Bis kurz vor Schluss hingen die Verfolger dem Sieger noch im Genick, bis beide beim Überrunden aufgehalten wurden und sich Die Gefahr für Hagleitner ein wenig löste. Um Platz vier kämpften die Teamkollegen Josef Stehrer und Felix Antholzer. Zwei Runden vor Schluss war Antholzer gerade an Stehrer vorbei, da konterte der in der letzten Runde eindrucksvoll und eroberte Rang vier zurück

Im zweiten Rennen gingen zwei Führende zu Boden. Zuerst war Hagleitner an der Spitze, stürzte aber. Niewiadomski übernahm seine Position und stürzte einige Runden später auch. Die letzten beiden und somit entscheidenden Runden hatte Sitniansky die Nase vorne. Niewiadomski wurde Zweiter, vor Stehrer, Hagleitner und Antholzer.

 

S3-Junioren

Bei den Jüngsten war Benedikt Waag in beiden Rennen siegreich. Weder Nico Günther, noch Florian Mertzenrath, welche je einmal Rang zwei und Rang drei belegten, konnten die Rundenzeiten von Waag mithalten.

 

Ü40-Cup

Hier wechselten sich Andreas Glassl und Kevin Dietze mit dem Siegen ab, was Cristian Klipfel im zweiten Rennen durch einen Plattfuss verwehrt wurde. Für die Höllen-Nuss Helmut Peter reichte es auch beide Male für einen Platz unter den ersten fünf, wobei er den Vorjahres Cup Sieger Jürgen Hüther beide Male in Schach halten konnte.

 

Amateure

20100424_queens_1646Bei den Amateuren führte René Tesche den Rest der Mannschaft vor. Allen voran Uwe Lenk und Chris Ballon, die in beiden Rennen Platz zwei und drei belegten. Denis „Schredder" Gérard segelte mehr als lässig als Vierter ein. Im ersten Rennen köderte er Martin Preusche mit der Möglichkeit zum Überholen, lupfte sogar extra die Gashand etwas früher, um genüsslich durchs Ziel zu rollen. Doch der Sicherheitsvorsprung von 0.003 Sekunden reichte doch für Rang vier.

 

Die kompletten Ergebnisse gibt es unter www.sportserviceschleswig.de zu sehen.